Engagement und Impact

Engagement-Dialoge

Einfluss auf Unternehmen

Im Rahmen unseres christlich-nachhaltigen Investmentansatzes setzen wir zunehmend auch auf Engagement-Dialoge. Die aktive Einflussnahme auf Unternehmen ist eine sehr wirkungsvolle Maßnahme, um das Verantwortungsbewusstsein der Teilnehmer am Kapitalmarkt für ESG-Themen (Sozial-, Umwelt- und Governancethemen) zu schärfen.

Wir betreiben unsere Engagement-Dialoge dabei bewusst in Kooperation mit anderen Partnern, um die Wirksamkeit zu erhöhen und zugleich den Aufwand besser zu skalieren.

An folgenden Dialogen sind wir im Moment beteiligt:

Engagement-Dialog mit der Automobilindustrie

"Ökologische und menschenrechtliche Risiken in der Wertschöpfungskette der Automobilindustrie am Beispiel von Lithium, Platin und Kautschuk"
Zusammen mit dem Arbeitskreis Kirchlicher Investoren (AKI)

Engagement-Dialog mit der Automobilindustrie
Engagement-Dialog mit ThyssenKrupp und dem Norwegischen Staatsfonds

Wegen Rüstungsexporten in Länder mit Menschenrechtsverletzungen
Zusammen mit Shareholders for Change (SfC)

Engagement-Dialog mit ThyssenKrupp und dem Norwegischen Staatsfonds
Kritischer Dialog mit der DZ Bank

Die DZ Bank wurde 2018 in der Studie „Don’t bomb on the Bank“ von der niederländischen NGO PAX wegen der Finanzierung atomarer Waffen kritisiert, was seitdem ein regelmäßiger Punkt der Gespräche mit der DZ Bank ist.

Auch in 2021 hat die Pax-Bank zusammen mit anderen kirchlichen Banken den Dialog fortgesetzt, wo es u. a. um die konkrete Ausgestaltung der Ausschlusskriterien der DZ Bank ging. Dabei hat die DZ Bank grundsätzlich zugesichert, dass sie ihre Prozesse so gestalten will, dass die direkte Finanzierung von atomaren Waffen – die DZ Bank spricht in diesem Kontext von „dezidierten Geschäftsaktivitäten“ - nicht vorgenommen wird. Nach Aussage der DZ Bank kann diese Aussage auch für das aktuelle Kreditportfolio getroffen werden.

Vonseiten der Kirchenbanken wurde die DZ Bank in den Gesprächen aufgefordert, bei den Ausschlüssen kontroverser Waffen nicht nur die „dezidierten Geschäftsaktivitäten“ auszuschließen, sondern die Kreditvergabe an den Emittenten/Geschäftspartner generell auszuschließen und Atomwaffen durchgängig als „kontroverse Waffen“ zu definieren.

Dialog mit dem IT-Dienstleister Atruvia AG

Die Atruvia AG (vormals Fiducia & GAD IT AG) ist der zentrale IT-Dienstleister der genossenschaftlichen FinanzGruppe und somit auch wichtiger Dienstleister der Pax-Bank. In 2021 hat die Stabsstelle Ethik & Nachhaltigkeit der Pax-Bank an zwei Gesprächen mit den Nachhaltigkeitsverantwortlichen der Atruvia AG teilgenommen. Dabei standen folgende Themen im Fokus:

  • Betriebsökologie des Rechenzentrums
  • Beschaffungsprozesse und Einsatz von Green IT
  • Integration von Nachhaltigkeit in Bankprozesse

Die Gespräche werden in den kommenden Jahren fortgeführt.

Engagement-Prozesse der Union Investment

Bereits seit Jahren arbeiten wir gemeinsam mit der Union Investment, die für Unternehmensdialoge einen professionellen Prozess implementiert hat.

Der Engagement-Prozess beinhaltet die Stimmrechtsausübung im Rahmen von Hauptversammlungen (Vote) und die gezielte Ansprache der Unternehmensführung (Voice). Ein Schwerpunkt der Engagement-Aktivitäten der Union Investment liegt auf den Dialogen mit Stromversorgern. Denn Union Investment hat angekündigt, die Finanzierung der Verstromung von Kohle mittelfristig zu beenden. Im Rahmen dieses kontinuierlichen Dialogs erörtert die Union Investment mit den Stromversorgern, ob und wie diese Unternehmen bis spätestens 2050 Klimaneutralität erreichen werden.

Die Pax-Bank unterstützt diese klimapolitischen Ziele der Union Investment voll und ganz und trägt diesen mit ihren Ausschlusskriterien im Bereich fossiler Energieträger auch schon Rechnung.

Unterstützung des katholischen Brasilien-Engagements
  • März 2021: Mitunterzeichnung eines gemeinsamen Briefes von 100 katholischen Institutionen aus 18 Ländern zum Schutz des Amazonas und der indigenen Bevölkerung, weitere Informationen z.B. auf Vaticannews und als Video.
  • Adressaten: Präsident, Vizepräsident, Umweltminister, Präsident des Repräsentanten-hauses, Präsident des Bundessenats, Präsident des Bundesgerichtshofs, General-staatsanwalt der Republik
  • April 2021: Veröffentlichung als offener Brief, über 60 Medien weltweit haben über Initiative berichtet, Anzahl und Qualität der Berichterstattung sehr hoch, Ziel: Erzeugung der notwendigen öffentlichen Aufmerksamkeit, um Druck zu erhöhen
  • Kontakt zu anderen Investoren-Initiativen, Vernetzung mit Menschenrechts- und Umweltexperten für den Amazonas, um weitere Fachexpertise für Dialog zu sichern.

    Aktueller Stand:
    Juni 2021: Shareholders for Change, die Sonderkommission für Integrale Ökologie und Bergbau der brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) und die Globale Katholische Klimabewegung (GCCM) haben weitere Schritte des gemeinsamen Engagements mit Brasilien zum Schutz des Amazonas und der indigenen Bevölkerung abgestimmt. Nach ersten Reaktionen des Büros des Vizepräsidenten und des Justizministeriums sind sie nun in einen direkten Dialog mit FUNAI, der für indigene Angelegenheiten zuständigen brasilianischen Regierungsbehörde, eingetreten. Zusätzlich zu den bereits formulierten Forderungen gehen sie nun ganz konkret auf Gesetzesvorhaben ein, die sich bereits in der Abstimmung befinden und dramatische Auswirkungen auf die indigene Bevölkerung und den Schutz des Amazonas haben werden.

Leitlinien "Impact Investments"

Zusammen mit anderen nachhaltigen Banken und Institutionen sind wir Unterzeichner einer Initiative zum Thema Impact Investing.

Mit den „Leitlinien zur Darstellung von Impact im Bereich wirkungsorientierter Investments“  möchten wir Anbieter wirkungsorientierter Investments dazu ermutigen, diese Empfehlungen bei der Darstellung von Impact zu berücksichtigen. Und so die Grundlage für Anlegende zu schaffen, den tatsächlichen Beitrag eines Unternehmens oder Fonds zu einer nachhaltigen Entwicklung transparent beurteilen zu können.

Die Leitlinien zur Darstellung von Impact im Bereich wirkungsorientierter Investments

1. Wer ist für die Wirkung verantwortlich: Investor oder Investment?

Entscheidend ist, wer für die sozial-ökologische Wirkung verantwortlich zeichnet. Sprechen
Sie nicht von „Unser Impact“, wenn es sich ausschließlich um den Impact von Portfoliounternehmen handelt, insbesondere im Wertpapierbereich. Zeigen Sie daher transparent die Kapitalströme auf. Differenzieren Sie dabei genau, ob durch das Investment Kapital an Unternehmen fließt, mit dem diese eine positive Wirkung erzielen können, oder ob es sich um eine Sekundärmarkttransaktion handelt, bei dem ein Wertpapier lediglich den Besitzer wechselt, ohne nachweisbare Auswirkungen auf das Unternehmen.

2. Welche tatsächlichen Impact-Potenziale hat Ihre Investition? Wo entsteht ein sozialer oder ökologischer Mehrwert?

Zeigen Sie insbesondere beim Dialog mit Unternehmen, in die Sie investieren, eindeutig Ihren Beitrag auf. Welche Forderungen haben Sie an die Unternehmen gestellt? Können positive Veränderungen im Unternehmen tatsächlich auf Ihr „Engagement“ zurückgeführt werden? Haben Sie auch schon einen Titel verkauft, wenn der Dialog nicht erfolgreich gewesen ist?

3. Sind Ihre Scoring-Modelle, welche Impact ausweisen, für die Anleger*innen und Anleger verständlich und nicht irreführend?

Suggerieren Sie nicht, dass Sie über komplexe, wirklichkeitsfremde Modelle eine Wirkung bzw. einen Beitrag zu den SDGs erheben können. Der Begriff Impact meint den Beitrag zu einer gesellschaftlichen Veränderung. Er ist damit durch eine langfristige, gesellschaftliche Perspektive charakterisiert, nicht durch die Verbesserung einzelner ESG-Kennzahlen. Um Wirkung zu erzielen, braucht es daher klare sozial-ökologische Zielsetzungen, die sich an planetaren Leitplanken und sozialen Fundamenten orientieren, nicht an relativen ESG-Kennzahlen.

4. Beziehen Sie sich auf spezifische Impact-Indikatoren?

Umsatzerlöse sind kein Impact. Erklären Sie Ihren Anleger*innen, dass Finanzkennzahlen nicht ausreichen, um eine bestimmte Wirkung zu bestimmen. Verwenden Sie auch Impact-Indikatoren, welche geeignet sind, um Ihren Beitrag zur Erreichung bestimmter sozialer oder ökologischer Ziele zu messen. Geben Sie dabei nachvollziehbar an, wie die Indikatoren berechnet werden.

5. Begrenzen Sie auch den negativen Impact Ihrer Investitionen?

Stellen Sie sicher, z. B. durch strenge Ausschlusskriterien, dass Sie bei Ihren Investments
negative Auswirkungen wie beispielsweise hohe Treibhausgasemissionen, schlechte Arbeitsbedingungen oder dubiose Steuersparmodelle möglichst vermeiden.

6. Gehen Sie mit den SDG-Piktogrammen verantwortlich um?

Verwenden Sie die SDG-Icons nicht missbräuchlich oder irreführend. Erklären Sie mit Bezug
auf den Wortlaut der UN-Resolution vom 25. September 2015 und einzelne SDG-Unterziele,
inwiefern Sie zu einem bestimmten SDG beitragen.


Netzwerkarbeit

Dialog mit zivilgesellschaftlichen Organisationen

Wir als Pax-Bank vernetzen uns mit vielen verschiedenen Akteuren zur Förderung des gesellschaftlichen Diskurses zu Ethik und Nachhaltigkeit auf dem Kapitalmarkt.

Es ist uns wichtig, den Megatrend Nachhaltigkeit zu unterstützen und dabei gleichzeitig unsere Positionierung als christlich-nachhaltige Bank deutlich zu machen.

2021 haben wir an folgenden Veranstaltungen mitgewirkt: