Weiterbildung

Potenzialentwicklungsprogramm (PEP)

Eine neue Form der Weiterbildung

Fachkräftemangel – das Wort hängt als Damoklesschwert über der Zukunft deutscher
Unternehmen. Immer mehr Rentnern stehen immer weniger Berufsanfänger gegenüber. Auch die Finanzbranche ist von diesem Trend nicht ausgenommen. Woher sollen also die Fach- und Führungskräfte von morgen kommen?

Norbert Ulrich hat eine überzeugende Antwort auf diese Frage gefunden: „Wir haben diese Leute im eigenen Haus“, ist der Personalchef der Pax-Bank überzeugt. „Wir müssen diesen Schatz nur noch heben.“ Ende des vergangenen Jahres hat die Bank aus diesem Grund ein eigenes Potenzialentwicklungsprogramm (PEP) aufgelegt, das die Teilnehmer für künftige Führungsaufgaben qualifizieren soll.

Mitarbeiter aller Abteilungen und Filialen konnten sich bewerben, 13 Kandidaten wurden schließlich ausgewählt. Stand bei bisherigen Fortbildungsmaßnahmen vor allem die fachliche Kompetenzentwicklung im Mittelpunkt, geht PEP von einem ganzheitlichen Ansatz aus: „Das Programm fördert die Entwicklungsbereitschaft und –fähigkeit der Mitarbeiter, es unterstützt die Kommunikation und Kooperation untereinander und bewirkt so eine Stärkung des gesamten Projektmanagements sowie der Organisationsentwicklung in der Bank“, beschreibt der Vorstandsvorsitzende Dr. Klaus Schraudner die Ziele.

Um diese Ziele zu erreichen, kombiniert das Pax-Bank-PEP drei verschiedene Komponenten zu einem neuen Ganzen: den Nachwuchsförderkreis der Firma Quest-Team, die Qualifikation zum Bankbetriebswirt, wie sie von der Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsakadamie angeboten wird, sowie ein auf drei Jahre angelegtes Projekt. „Dieser Dreiklang findet sich in keinem anderen Programm“, betont Personalchef Ulrich.

Besonders am Herzen liegt der Pax- Bank die Projektarbeit im Rahmen des Programms. „Bei fast jeder Fortbildung müssen die Teilnehmer ja zum Schluss ein Projekt skizzieren“, erklärt Ulrich. „Aber nur bei uns wird es auch tatsächlich umgesetzt.“ Dabei ist es ein großer Vorteil, dass – anders als bei anderen Fortbildungsveranstaltungen – alle Teilnehmer Pax-Bank-Mitarbeiter sind: Das Projekt bleibt damit kein theoretisches Gedankenspiel, sondern erwächst ganz konkret aus dem betrieblichen Alltag der Bank.

Am Anfang stand ein Orientierungscenter, bei dem jeder Beteiligte drei Situationen simulieren musste: eine Präsentation, ein Mitarbeitergespräch und eine Gruppenarbeit. Anhand dieser Situationen wurde die Stärken und Schwächen eines jeden analysiert und davon ausgehend – gemeinsam mit der jeweiligen Führungskraft – Lernziele vereinbart. Als „sehr interessant, aber auch sehr fordernd“ empfand Daniel van Balsfort das Orientierungscenter. „Wir mussten gleich mal aus der Komfortzone heraus“, erklärt der Diplomkaufmann, der in Köln das Vertriebscontrolling leitet.

Zusätzlich ist es von Vorteil, dass das Team der PEP-Teilnehmer nicht nur interdisziplinär, sondern auch filialübergreifend zusammengesetzt ist. Auch die Altersstruktur ist breit gefächert. „Das ermöglicht den Teilnehmern einen viel intensiveren Einblick in die Kultur und die Abläufe der Gesamtbank, als sie es an ihrem jeweiligen Arbeitsplatz bekommen können“, betont Vorstandsvorsitzender Schraudner. Für eine Fach- oder Führungsaufgabe sind die Teilnehmer so gut vorbereitet.