Urlaub – Ostern - Abschied

Molo sibulisile – Hallo, ich grüße euch!

Eine Weile ist es her, dass ich mich gemeldet habe. Dies lag daran, dass das Internet für einen längeren Zeitraum nicht funktioniert hat. Und somit schreibe ich diesen letzten Text von zu Hause aus, wo ich am Freitag, dem 01. April angekommen bin. Ich möchte diesen Bericht in drei  Abschnitte unterteilen, in denen ich euch von meinem Urlaub, von Ostern und über den  Abschied berichten werde.

Südafrika: Urlaub - Ostern - Abschied

Urlaub

In Südafrika ist es üblich, dass man sich ein Auto mietet und damit das Land erkundet. Diesem Rat bin ich gefolgt und habe mich zusammen mit einem Freiwilligen auf eine einwöchige Reise begeben, die uns an die Küste des Indischen Ozeans geführt hat. Unser Weg verlief durch tropenartige Gebiete, trockene Savannen und kleine Fischerdörfer. Von Mthatha aus war das erste Ziel Port Elizabeth (gut 500 km). Dem ein oder anderen wird dieser Name sicherlich ein Begriff sein, da Port Elizabeth einer der WM-Austragungsorte war. Dort besichtigten wir einen Nationalpark, welcher ca. 40 km von der Stadt im Inneren des Landes lag. Zum ersten Mal sah ich Löwen, Elefanten, Büffel und andere Tiere in freier Wildbahn. Wenn jedoch ein ausgewachsener Elefant direkt an dem eigenen Auto vorbeiläuft, entwickelt sich aus der Abenteuerlust dann doch ein wenig Respekt und Sorge. Glücklicherweise ist aber alles gut gegangen und der Elefant und ich haben uns ganz gut verstanden.

Mit einer großen Sammlung neuer Eindrücke ging es dann zu unserer nächsten Station nach Tsitsikama. Dort besichtigten wir einen der eindrucksvollsten Nationalparks Südafrikas, welcher durch das tropische Klima einem Dschungel gleicht. Zum ersten Mal habe ich gemerkt, dass Südafrika ein Land mit vielen Facetten ist. Innerhalb von wenigen Stunden gelangt man von einer Wüste in ein tropisches Gebiet und kann den Abend in einem Fischerdorf bei einer Flasche südafrikanischem Rotwein ausklingen lassen, den ich euch sehr empfehlen kann. In den nächsten Tagen fuhren wir weiter die Küste entlang in Richtung Mosselbay. Hier sollte unser letzter Tag sein. Für alle, die sich für einen Südafrika-Urlaub interessieren, ist eine Küstentour am Indischen Ozean wirklich ein Muss. Man kann die Küste bis nach Cape-Town durchfahren und so  den Glanz der "Garden Route" in seiner ganzen Fülle erleben.

Ostern

Da wir in Mthatha bei den Schwestern vom Kostbaren Blut untergebracht waren, wurde das Osterfest auch sehr intensiv gefeiert. Für mich war das sehr interessant. Angefangen beim Karfreitag, zu dem in Südafrika "Good Friday - Guter Freitag" gesagt wird, weil man Gott dankt, dass er seinen Sohn für uns hingegeben hat.  Am Karsamstag wurde abends dann feierlich das Osterfest mit der Osternacht eingeläutet. Anschließend gab es noch ein sehr leckeres Abendessen mit den Schwestern, wo man das ein oder andere interessante Gespräch führen konnte.

Nun bin ich glücklich darüber, dass ich in Südafrika das Osterfest feiern konnte, da es sich doch von der Gestaltung sehr von unserem Fest in Deutschland unterscheidet. Doch eine Gemeinsamkeit gab es dann doch: Wir verzehrten viele Ostereier!!!

Abschied

Eigentlich wollte ich nie so recht über den Tag des Abschiedes nachdenken – und plötzlich war er gekommen. Ich habe euch von dem 6-jährigen Jungen Buhle erzählt. Für ihn bin ich mittlerweile zu einer Art "großer Bruder" geworden. Er vertraute sich mir so sehr an und änderte auch sein anfangs schwieriges Sozialverhalten. Nun musste ich diesem Jungen erklären, dass ich gehen werde und nicht mehr wiederkomme. Das war eine der traurigsten Erfahrungen, die ich machen musste und die es jetzt gilt, zu verarbeiten.

Doch was habe ich nun in diesen zwei Monaten gelernt:
Es gibt diese Welt, die man im Fernsehen gesehen hat oder von der man in der Zeitung liest und die uns immer so weit weg und fremd erscheint. Und wenn man einmal hier war, sieht man plötzlich sein eigenes Leben mit ganz anderen Augen. Nun schätze ich ganz bewusst alltägliche Dinge; nun weiß ich, wie belanglos die Sachen waren, über die ich mich in der Vergangenheit aufgeregt habe; nun kann ich dankbar sein, dass ich es in einem Land wie Deutschland so viel einfacher habe.

Südafrika -  das war wohl eine meiner eindrucksvollsten Erfahrungen, die ich bisher erlebt habe. Und ich danke dafür, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, diese Erfahrung machen zu können. Und eins kann ich euch mit Sicherheit sagen: Ich komme wieder nach Mthatha – ganz gewiss!

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