Molweni, sibulisile!! - Hallo, wir grüßen euch!

02. Februar - 07. Februar, 2. Bericht

Letzte Woche starteten wir unsere weite Reise am Flughafen Düsseldorf. Mit einer kleinen Maschine ging es dann Richtung London zum City Airport. Zum Glück wurden wir einen Tag zuvor darauf aufmerksam gemacht, dass unser Flug nach Johannesburg nicht vom City Airport, sondern vom Flughafen Heathrow starten sollte.

Molweni, sibulisile!! - Hallo, wir grüßen euch!

Diese kleine Schludrigkeit war wohl unserer Aufregung geschuldet, hatte aber einen riesigen Vorteil. Der Taxifahrer, der uns dann vom City Airport zum Flughafen in Heathrow fuhr, stellte sich als perfekter Reiseführer heraus und zeigte uns während der Fahrt alle wichtigen Highlights von London und schilderte uns zudem interessante Details. Nach gut einer Stunde kamen wir am Ziel an und erwarteten schon sehnsüchtig unseren Flug nach Johannesburg. Angekommen in Südafrika hatten wir in Johannesburg ein paar Stunden Aufenthalt, dann ging es mit dem letzten Flug weiter zu unserem Ziel Mthatha! Erleichtert und ziemlich müde wurden wir von zwei Freiwilligen der Einrichtung abgeholt und zu unserem Einsatzort ins Glent Avent Convent gebracht. Unterwegs dorthin erblickten wir das erste Mal eine neue Welt, die von Müll, Armut und sozialen Brennpunkten gespickt war. Diese Eindrücke galt es erst einmal zu verarbeiten, denn wir müssen nun akzeptieren, dass diese Erfahrung Alltag in Mthatha ist!

Das Glent Avent Convent der Missionsschwestern vom kostbaren Blut liegt in einem abgesperrten Bereich mit eigenem Wachdienst und mehreren asphaltierten Straßen. Das Areal hat die Größe eines weitläufigen Stadtparks und ist geschmückt mit interessanten Pflanzen, die man in Deutschland so nicht findet. Auch kann man hier Tiere wie Kolibris, Schildkröten und viele für uns ungewohnte Tierarten beobachten.

Wir leben in einem Bungalow, der einer kleinen Finca in Spanien ähnelt. Hier haben wir alles, was wir brauchen. Mit uns wohnen hier noch zwei weitere Jungs aus Deutschland. Insgesamt sind wir 10 Freiwillige, Jungs und Mädels.

Bildgalerie

Was wir direkt bemerkt haben: Wir haben uns das alles komplett anders vorgestellt. Der mitteleuropäische Einfluss ist kaum zu übersehen und der Standard in unserem Bereich ähnelt sehr unserer westlichen Welt. Natürlich ist nicht alles auf dem neuesten Stand, aber es gibt eben alles, was man braucht! Die Menschen im Glent Avent Convent sind zum Teil Leute, die Schutz suchen und die Sicherheit hier genießen. Zum anderen gibt es die sogenannten "Trainees", die in vier verschiedenen Werkstätten arbeiten, um sich so einen Start in das Berufsleben zu ermöglichen. In der Töpferei, Näherei, Lederei sowie in einer kleinen Kunstwerkstatt arbeiten die Trainees acht Stunden täglich. Danach haben sie Freizeit, in denen die Jungs meist Fußball spielen und die Mädels beieinander sitzen und quatschen. Der überwiegende Teil der Trainees ist geistig oder körperlich behindert. Es gibt jedoch auch einige, die aufgrund ihrer bisherigen Lebenssituation keine Chance hatten, einen Beruf zu erlernen.

Nach anfänglich leichten Schwierigkeiten mit den klimatischen Veränderungen haben wir uns gut eingelebt und freuen uns auf die bevorstehenden Aufgaben. Ein paar Wörter der Amtssprache Xhosa haben wir schon gelernt. Wir starten in jeden Tag um 8:00 Uhr mit einem Morgengebet. Das ist eine wunderbare Einstimmung auf die alltägliche Arbeit. Am Montag geht es dann endlich los mit der regelmäßigen Arbeit. Dann werden wir in einer Schule eingesetzt sein, in der wir den Schülern unsere naturwissenschaftlichen und mathematischen Kenntnisse vermitteln können. Wir lassen uns überraschen und freuen uns auf die bevorstehende Zeit.

In diesem Sinne sagen wir Tschüss - Sakube sibanone - und bis nächste Woche!!

Andreas und Gregor

PS: Zugegeben, ein bisschen Heimweh kam in diesen jecken Tagen nach unserem geliebten Köln schon auf.