Leitfaden für Aufsichtsräte

Theorie und Praxis

Welche Rechte und welche Pflichten haben Aufsichtsgremien? Dieser Frage geht ein neuer Leitfaden nach, den die Pax-Bank gemeinsam mit der BPG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Münster erarbeitet hat. Bevorzugte Zielgruppe sind hierbei Unternehmen und Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens.

Leitfaden für Aufsichtsräte - Theorie und Praxis

Die Lage, das sagt BPG-Geschäftsführer Jochen Hartung ganz offen, ist nicht rosig für Einrichtungen im Bereich Gesundheit und Soziales. Immer strengere Auflagen und immer komplexere gesetzliche Anforderungen haben schon so manches Unternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage geraten lassen. Solche Probleme zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern ist eigentlich die Aufgabe der Aufsichtsgremien. „Doch deren Mitglieder haben oft nicht die nötigen Kenntnisse und verfügen auch nicht über das entsprechende Handwerkszeug“, beklagt Hartung.

Um hier Abhilfe zu schaffen, haben BPG und Pax-Bank gemeinsam den Leitfaden „Rechte und Pflichten von Aufsichtsgremien“ entwickelt. „Letztlich geht es um die in den Unternehmen arbeitenden Menschen, deren Arbeitsplätze erhalten werden sollen“, erklärt Dr. Klaus Schraudner, Vorstandsvorsitzender der Pax-Bank, seine Motivation, sich an dem Projekt zu beteiligen.

Das Besondere an dem Leitfaden: Neben theoretischen Ausführungen etwa zu Aufsichtsstrukturen, zu Themen  wie Haftung und Risiskobegrenzung, Informationsversorgung und Arbeitsteilung durch Ausschüsse beinhaltet die Broschüre auch Beispiele aus der Praxis.

So schildern Hermann-Josef Johanns, Mitglied des Caritasrats des Caritasverbands Köln, und Hubertus Schneider, Mitglied des Vorstands, das komplexe Zusammenspiel von Aufsichtsgremium und Vorstand beziehungsweise Geschäftsführung. Wie lassen sich die Informationsflüsse effizient gestalten? Wie wird eine Sitzung optimal vorbereitet? Wie können Aufsichtsräte Verständnis für die Vorstandsarbeit gewinnen? Diese und andere Fragen beantwortet das entsprechende Kapitel.

Andreas Kamp, Co-Geschäftsführer der BPG, schildert den Umgang mit Krisen. Er erläutert, wie sich Aufsichtsräte auf den Ernstfall vorbereiten können. Das ist wichtig, betont Kamp. „Denn bei Eintreten der Krise ändert sich die Rolle des obersten Überwachungsgremiums hin zu einem Taktgeber, der aktiv die Abschnitte eines Sanierungs- oder Restrukturierungsprozesses gestaltet, lenkt, kontrolliert und letztendlich auch verantwortet.“

Auch die Pax-Bank stellte zwei Autoren des Leitfadens: Joachim Klein, Abteilungsleiter Finanzierungsmanagement, beschreibt detailliert und praxisnah, welche Anforderungen Banken an den Kreditnehmer stellen. Vorstandsmitglied Hans-Bernd Kloth befasst sich mit der Unterstützung der Aufsichtsarbeit durch interne Kontrollstrukturen. „Ziel ist es, durch eine direkte Kommunikation zwischen allen Beteiligten den Wirkungsgrad der Aufsichtsratsarbeit für sensible Gestaltungs- und Steuerungsbereiche zu erhöhen“, betont Kloth.