Elisabethpreis 2016

Begeistert engagiert

Dass das ehrenamtliche Engagement in Deutschland zurückgeht – dieser Klage kann sich die CaritasStiftung im Erzbistum Köln nicht anschließen. Zum 20. Mal hat sie Mitte November den Elisabeth-Preis für herausragendes soziales Engagement vergeben. Unterstützt wurde die Preisverleihung von der Pax-Bank.

Elisabethpreis 2016 Begeistert engagiert - Bildnachweis: ©dreipunktdrei/Elisabeth Schomaker

Preisverleihung Elisabethpreis 2016: Begeistert engagiert - Fotonachweis ©dreipunktdrei/Elisabeth Schomaker

Zwischen 40 und 60 Bewerbungen erreichen die Stiftung pro Ausschreibung: „Daran hat sich im Laufe der Jahre nichts geändert“, betonte der Vorstandvorsitzende Thomas Hoyer zu Beginn der Veranstaltung. Nichts geändert hat sich auch am Engagement der Pax-Bank: Seit Jahren unterstützt sie im Wechsel mit der Kreissparkasse Köln die Preisverleihung, die in diesem Jahr im Jugendstilambiente der Kölner Flora stattfand. „Der Elisabethpreis würdigt Menschen, die die Hände nicht in den Schoß legen, die sich ein Herz fassen und anpacken“, lobte Hans-Bernd Kloth, Vorstandsmitglied der Pax-Bank, im Gespräch mit Moderator Tom Hegermann. Die Preisverleihung zu unterstützen sei für die Bank Ehrensache. „Wir wollen damit auch andere Menschen ermutigen, sich zu engagieren“, betonte Kloth.

Sechs Preise vergibt die Jury alljährlich, davon drei in der Kategorie „jung + engagiert“. Unter all den Einsendungen eine Auswahl zu treffen, falle nicht leicht, gestand Jurymitglied Sabina Janssen, stellvertretende Geschäftsführerin der Industrie- und Handwerkskammer Köln. Dennoch ist es auch diesmal gelungen: Der mit 2.500 Euro dotierte Elisabethpreis 2016 ging an das Internetprojekt „Gewaltlos.de“ des Sozialdiensts katholischer Frauen (SkF) Köln für. Der professionell moderierte Chatroom biete von Gewalt betroffenen Mädchen und Frauen einen „leicht zugänglichen und geschützten Raum“, um von ihren Gewalterfahrungen zu berichten, lobte Jury. Zudem werden Frauen hier nicht einfach weitervermittelt, sondern online beraten – so lange, bis sie sich trauen, außerhalb des Internets Hilfe zu suchen. Über jeweils 1.000 Euro durften sich das interkulturelle Autorencafé „fremdwOrte“ im Literaturhaus Köln sowie das Integrationsprojekt „Orientierung Plus II“ des Vereins Migrafica freuen.

Elisabethpreis 2016: Thomas Hoyer und Hans-Bernd Kloth - Fotonachweis: ©dreipunktdrei/Elisabeth Schomaker

Elisabethpreis 2016: Thomas Hoyer und Hans-Bernd Kloth - Fotonachweis: ©dreipunktdrei/Elisabeth Schomaker

In der Kategorie „jung + engagiert“ ging der ebenfalls mit 2.500 Euro dotierte erste Preis an die Initiative „Recht auf Spiel“ der Grevenbroicher Flüchtlingshilfe. Mit Sport- und Freizeitangeboten, Bildungs- und Alltagshilfen wollen die Jugendlichen für eine bessere Integration von Flüchtlingen sorgen. Mit jeweils 1.000 Euro wurden zwei weitere Projekte ausgezeichnet: die Initiative „Geschichtentausch“ des Aloisiuskollegs in Bonn, die Schüler und Bewohner eines Seniorenheims zusammenbringt, sowie die Kampagne „Tolerant aktiv sein“  der Youngcaritas Oberberg, die Jugendliche verschiedener Herkunft zu gemeinsamen Aktivitäten ermuntert.

Im Zentrum der Preisverleihung stand neben dem Engagement der Begriff der „Inspiration“. In einer Keynote ging der Fernsehmoderator und gefragte Coach David Kadel der Frage nach „wie wir mit Begeisterung leben können“. Die Deutschen, so Kadel, würden immer nur auf die Dinge schauen, die sie nicht haben. „Wir leben in einem der tollsten Länder der Welt und sind doch ständig unzufrieden.“ Die Begeisterung sei darüber „flöten gegangen“. Um sie wiederzugewinnen gibt es laut Kadel nur ein Mittel: „Wir müssen uns inspirieren lassen.“ Dazu aber müssten wir aktiv werden. Denn: „Inspiration kommt nicht von selbst in unser Wohnzimmer.“ An diesen Gedanken knüpfte Moderator Tom Hegermann in seinem Schlusswort an. Das Engagement der Preisträger empfinde er als inspirierend. „Lassen wir uns von dieser Begeisterung anstecken“