Ethik & Nachhaltigkeit

Die Kriterien sind nicht statisch

Anleger, das belegen mehrere aktuelle Studien, wollen nicht nur gute Renditen erzielen. Genauso wichtig ist ihnen, zu wissen, was mit ihrem Geld geschieht. Ethik und Nachhaltigkeit sind seit jeher ein zentrales Anliegen der Pax-Bank. Ihre Kriterien sind dabei nicht statisch, sondern werden regelmäßig weiterentwickelt.

Ethik und Nachhaltigkeit: Die Kriterien sind nicht statisch - Foto: Petmal/iStockphoto

Foto: Petmal/iStockphoto

„Banken können darauf achten, dass Rendite nicht um jeden Preis erwirtschaftet wird. Da haben die Kirchenbanken eine große Verantwortung, mit gutem Beispiel voranzugehen“, betont Caritaspräsident Prälat Dr. Peter Neher im aktuellen Geschäftsbericht der Pax-Bank. Genau das wird in der Bank gelebt: Ethik und Nachhaltigkeit durchziehen die Arbeit in allen Geschäftsfeldern, im Kontakt zu den Kunden ebenso wie im Umgang der Mitarbeiter untereinander. Und natürlich im zentralen Geschäftsbereich der Geldanlagen, der Vermögensverwaltung, der Eigenanlagen und damit der Wertpapierberatung.

„Sämtliche Pax-Bank-Fonds unterliegen strengen Anlagekriterien“, erläutert der Vorstandsvorsitzende Dr. Klaus Schraudner. „Dabei achten wir darauf, dass die ökonomische, die ökologische und die soziale Dimension nach Möglichkeit im Einklang stehen.“ Was auf den ersten Blick theoretisch klingen mag, findet seinen Niederschlag in einem aussagekräftigen Kriterienkatalog, der auf der Homepage der Pax-Bank einsehbar ist. Denn, so Schraudner, „Transparenz ist für uns seit jeher ein hohes Gut“.

Von vornherein ausgeschlossen sind zum Beispiel Investitionen in Unternehmen, die Atomkraftwerke unterhalten oder besitzen, die Streubombensysteme produzieren oder im Bereich humane embryonale Stammzellforschung aktiv sind. Auch investiert die Pax-Bank nicht in Unternehmen, die mehr als fünf Prozent ihres Umsatzes mit Rüstungsgütern, Glücksspiel oder Tabakprodukten generieren.

Bei der Bewertung der infrage kommenden Unternehmen vertraut die Pax-Bank auf die Expertise der Nach-haltigkeitsberatung imug, die neben Banken auch Stiftungen und Umweltorganisationen berät. Deren auf 250 Kriterien basierender Bewertungskatalog spiegelt die aktuelle Nachhaltigkeitsdiskussion wider.  Kunden wie die Pax-Bank stellen sich daraus das Kriterienset zusammen, das zu ihrem Werteverständnis passt. Um darüber hinaus auch im Kundengespräch optimal gerüstet zu sein, hat die Bank 18 Berater zu zertifizierten Fachberatern für Nachhaltiges Investment oder kurz „Eco-Anlageberatern“ ausbilden lassen.

Die Anlagekriterien der Pax-Bank sind freilich kein statisches Regelwerk, das ein für alle Mal fixiert wurde. Moralisch-ethische Bewertungen sind stets im Fluss. Was heute noch als akzeptabel gilt, ist vielleicht morgen schon tabu, wie etwa die Diskussion um Biokraftstoffe gezeigt hat. Dementsprechend werden die Kriterien regelmäßig auf den Prüfstand gestellt, werden im Licht der öffentlichen Meinungsbildung reflektiert und revidiert.

Eine wichtige Rolle spielt hier der Ethik-Beirat, ein unabhängiges Expertengremium, das die Pax-Bank bei der Umsetzung ihrer ethischen Grundsätze in die Unternehmenspraxis begleitet. Ausgehend von der jüngsten Enzyklika des Papstes, hat der Beirat zum Beispiel eine Weiterentwicklung der Anlagekriterien in den Bereichen Ökologie und nachhaltige Entwicklung angeregt (siehe auch hier).

Bei aller Sorgfalt im Umgang mit den Kriterien muss allerdings klar sein: Sicherheit gewähren kann auch die Pax-Bank nicht. Dafür entwickeln sich Wirtschaft und Finanzwelt zu rasant.

Für den Problemfall ist die Pax-Bank aber vorbereitet. Tauchen Nachrichten auf, dass ein Unternehmen auf kritischen Geschäftsfeldern aktiv ist, läuft ein mehrstufiges Verfahren an, das unter dem englischen Begriff „Engagement“ firmiert. Zunächst wird das Unternehmen mit den Vorwürfen konfrontiert. Kann es diese nicht entkräften, wird die Reaktion bewertet. Wichtig ist hierbei vor allem, ob das Unternehmen die Kritik als solche akzeptiert und Maßnahmen ergreift, um solche Vorfälle künftig zu vermeiden.  „Dass wir Unternehmen nicht gleich bei den ersten ‚Negative News‘ ausschließen, ist für uns ein Zeichen der Fairness“, betont Klaus Schraudner. „Denn fair zu sein gehört ebenfalls zu den zentralen ethischen Ansprüchen der Pax-Bank.“