Norwegischer Pensionsfonds soll mehr Druck auf Rheinmetall ausüben

Eine Gruppe europäischer institutioneller Investoren und Nichtregierungsorganisationen haben anlässlich der Hauptversammlung von Rheinmetall am 19.5.2020 einen Brief an den norwegischen Pensionsfonds geschickt. Darin fordern sie den Staatsfonds auf, seine Investitionen in den deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall, der unter anderem Bomben an Saudi-Arabien für den Krieg im Jemen liefert, zu überdenken und in einen kritischen Dialog mit dem Unternehmen zu seiner Waffenexportpraxis zu gehen.

Die Aufforderung an den norwegischen Pensionsfonds wurde von den Shareholders for Change und einer Reihe weiterer institutioneller Investoren sowie deutschen und italienischen NGOs unterzeichnet, darunter die Pax-Bank, DKM, Steyler Bank sowie CRIC, Dachverband der kritischen Aktionäre, ECCHR, GLS Bank, Greenpeace und Urgewald.

Die Pax-Bank hat sich dieser Forderung angeschlossen und möchte damit diesem wichtigen Anliegen für die Menschenrechte Nachdruck verleihen. Die Pax-Bank ist aufgrund ihres strengen Anlagefilters nicht in Wertpapiere von Rheinmetall investiert. Das Engagement richtet sich daher nicht an Rheinmetall direkt, sondern an den Norwegischen Staatsfonds, der durch den Brief zum Umdenken hinsichtlich seiner Beteiligung motiviert werden soll.

Der norwegische Pensionsfonds ist mit einem verwalteten Gesamtvermögen von über 930 Milliarden Euro der weltweit größte Staatsfonds und derzeit mit einem Unternehmensanteil von 2,57 Prozent im Wert von insgesamt ca. 116 Millionen Euro ein bedeutender Aktionär von Rheinmetall. Ziel der Investorengruppe ist es, den norwegischen Pensionsfonds zu einem kritischen Dialog mit Rheinmetall zu motivieren. davon zu überzeugen zu können, Druck auf die Unternehmensführung von Rheinmetall auszuüben, um bereits im eigenen Interesse Reputationsrisiken sowie Rechtsrisiken bei Rheinmetall und daraus erwachsene finanzielle Risiken zu vermeiden.