Unsere Verantwortung

Die Pax-Bank stellt hohe Anforderungen an die soziale und ökologische Nachhaltigkeit von Unternehmen, bevor sie in diese investiert. Die gleichen Maßstäbe möchte die Pax-Bank auch an ihr eigenes Handeln anlegen. Nur so kann sie als glaubwürdiger Partner und als überzeugter nachhaltiger Akteur auf dem Kapitalmarkt wahrgenommen werden.

Ökologische Verantwortung der Pax-Bank

Die Pax-Bank ist eine christlich-nachhaltige Bank. Sie übernimmt Verantwortung für Mensch und Natur durch die nachhaltige Ausrichtung ihres Bankgeschäfts und ihres Bankbetriebs.

Die Pax-Bank arbeitet daran, ihren ökologischen Fußabdruck weiter zu reduzieren und damit das 1,5-Grad-Ziel aktiv zu unterstützen. Noch sind unsere Dienstfahrzeuge nicht klimaneutral, aber eine sukzessive Umstellung auf E-Autos wird angestrebt.

Unseren Energieverbrauch haben wir auf Naturstrom umgestellt, stellen gerade unseren Papierverbrauch auf Recyclingpapier um, lassen unsere Broschüren und den Geschäftsbericht klimaneutral drucken und erfassen alle Kilometer unserer Dienstreisen. Alle unvermeidbaren Emissionen werden kompensiert über unsere neue Partnerschaft mit dem kirchlichen Kompensationsfonds Klima-Kollekte. Das hat einen doppelten Effekt: Wir schaffen innerbetrieblich Bewusstsein für unseren ökologischen Fußabdruck. Gleichzeitig zeigen wir nach außen, dass wir Verantwortung für unsere Emissionen übernehmen und ganz im Sinne von „Laudato Si“ den Zusammenhang zwischen Umwelt- und Gerechtigkeitsfragen erkannt haben. 

Klimabilanz der Pax-Bank 2019

 

Die Pax-Bank ist eine kirchliche Bank und bietet ihren Kunden christlich-nachhaltige Anlageprodukte und Finanzierungen an. Bevor sie in Unternehmen investiert, schaut sie auch auf deren ökologische Nachhaltigkeit. Die Pax-Bank belässt es nicht dabei, andere auf ihre Verantwortung für die Umwelt hinzuweisen, sondern stellt diese Anforderungen nun auch an sich selbst.

Seit 2018 arbeitet sie intern beständig daran, CO2-Emissionen weitestmöglich zu vermeiden. Was sich (noch) nicht vermeiden lässt, kompensiert sie durch Ausgleichzahlungen. Zu diesem Zweck kooperiert sie seit dem 1. Januar 2019 mit der Klima-Kollekte, einem CO2 -Kompensationsfonds christlicher Kirchen. Basis bildet eine sogenannte „Klimabilanz“, für die der Energie- und Papierverbrauch sowie Dienstreisen der Mitarbeiter der Bank in CO2 umgerechnet werden.

Der mit Abstand größte Emissionsbereich stellen die Dienstreisen dar. Mit dem Ziel der weiteren Reduzierung der CO2-Emissionen hat sich die Pax-Bank in 2019 eine neue Dienstreiserichtlinie gegeben. Diese sieht unter anderem vor, dass innerhalb Deutschlands grundsätzlich die Bahn als bevorzugtes Verkehrsmittel gewählt wird. Die Richtline wirkte sich 2019 bereits positiv aus. So sank die Zahl der Flugkilometer um 98.000 km, die der Auto-km um knapp 28.000 km. Im Gegenzug wurden fast 41.000 km mehr mit der Bahn zurückgelegt als 2018. Insgesamt sank die Zahl der Kilometer im Rahmen von Dienstreisen um fast 83.000 km oder 35 Tonnen CO2 – ein Rückgang um fast 10 Prozent.

In 2020 greifen bereits weitere Maßnahmen durch die – nicht zuletzt Corona-bedingte - fortschreitende Digitalisierung der Arbeitsvorgänge. Beispielhaft seien hier Videokonferenzen als Ersatz für Dienstreisen und Umstellung von bisher papierhaften auf volldigitale Vorgänge genannt.

Auch im Energiebereich, also beim Verbrauch von Ökostrom und Fernwärme, lässt sich ein leichter Rückgang feststellen. Hier ist der Einfluss des einzelnen Bankmitarbeiters zwar relativ gering, dennoch hat sich die Pax-Bank zum Ziel gesetzt, weiterhin verantwortungsbewusst mit dem Einsatz von Licht und Heizung umzugehen.

Der Gesamt-CO2-Ausstoß der Pax-Bank liegt in 2019 bei 233,59 t CO2 und dafür leistet sie eine Kompensationszahlung in Höhe von ca. 5.370 Euro an die Klima-Kollekte. Die Ausgleichszahlungen werden in Projekte von Partnern in Entwicklungsländern investiert, die die Armut mindern und zugleich den CO2-Ausstoß verringern wie etwa der Bau von Solarlampen.

Emissionsbereiche
Emissionsbereiche - Bitte klicken zum Vergrößern
Katholische Bewegung für das Klima

Die Pax-Bank hat sich 2018 der weltweiten Divestment-Bewegung Global Catholic Climate Movement (GCCM) angeschlossen. Auslöser für die Gründung dieses Bündnisses war die 2015 veröffentlichte Enzyklika "Laudato si", in der Papst Franziskus seine "Sorge über das gemeinsame Haus", unsere Erde, zum Ausdruck gebracht und zu einem schnellen Umdenken in der Umwelt- und Klimapolitik aufgerufen hatte. In GCCM haben sich weltweit mehr als 650 katholische Institutionen zusammengeschlossen, die sich für einen Wandel in der Klimapolitik einsetzen, darunter auch die Pax-Bank. Die Divestment-Bewegung spricht sich dafür aus, Investments in Kohle-, Gas- und Ölunternehmen abzustoßen, um die Klimaerwärmung zu bremsen.

Allianz für Entwicklung und Klima

Diese vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im November 2018 gegründete Allianz steht ganz im Zeichen des UN-Klimagipfels COP 24 in Kattowitz und setzt auf Vermeidung, Reduzierung und Kompensation von CO2-Emissionen. Die Pax-Bank ist eine von 70 Unterstützern aus den Bereichen Wirtschaft, Behörden und zivilgesellschaftliche Organisationen. Und sie ist dabei eine von zwei Genossenschaftsbanken und die erste kirchliche Bank, die sich dem Bündnis angeschlossen hat.

Klima-Kollekte e.V.

Die Pax-Bank sieht in dieser Allianz die richtige Verbindung zwischen klimabewusstem Handeln und nachhaltiger Entwicklungspolitik. Die Pax-Bank wird in den kommenden Jahren die von ihr durch Energie- und Papierverbrauch sowie durch Mobilität verursachten Emissionen soweit möglich weiter reduzieren und die unvermeidbaren Emissionen kompensieren. Dafür wird die Pax-Bank ab 2019 Partner des kirchlichen Kompensationsfonds Klima-Kollekte. Mit ihren Kompensationszahlungen, auch „Klimaschutzbeitrag“ genannt, wird die Pax-Bank dann ein Entwicklungsprojekt unterstützen. Somit kann sie zielgerichtet das Leben und nachhaltige Wirtschaften von Menschen in Entwicklungsländern fördern. Denn Ziel der Allianz ist es ja, den Energiehunger der Entwicklungsländer von Beginn an aus erneuerbaren Energien zu decken, damit die internationalen Klimaziele erreicht werden können.

Naturstrom

Die Pax-Bank ist seit dem Jahr 2015 Kunde der NATURSTROM AG und deckt ihren Stromverbrauch zu 100% mit Ökostrom aus Wasserkraft. Seit 2015 erhält die Pax-Bank dafür auch jedes Jahr ein Zertifikat, aus dem eingesparten CO2-Emissionen im Vergleich zum deutschen Strommix und der Klimaschutzeffekt im Äquivalent von Bäumen angegeben werden.

E-Mobilität

Die Pax-Bank hat in ihrem Fuhrpark seit 2014 ein Elektroauto und setzt diesen aktuell überwiegend für Stadtfahrten innerhalb von Köln ein. Die Ausweitung des Anteils von Elektrofahrzeugen am gesamten Fuhrpark ist für das Jahr 2021 anvisiert.

Elektronischer Postkorb

"Tausche Kontoauszug gegen Baum": Unter diesem Motto hat die Pax-Bank im Frühjahr 2018 unsere Onlinekunden dazu aufgerufen, auf den elektronischen Postkorb umzustellen. Für jeden Kunden, der zum digitalen Kontoauszug wechselt, hat die Pax-Bank im Aktionszeitraum insgesamt 588 Bäume gepflanzt. In Zusammenarbeit mit PrimaKlima e.V. entsteht so in einer waldarmen Region in Mittelsachsen ein neuer Wald. 

Soziale Verantwortung der Pax-Bank

Der Umgang miteinander in der Pax-Bank ist geprägt von dem Bemühen um Wertschätzung jeder Person, von einem kooperativen Führungsstil, von der Verantwortung und von dem Engagement eines jeden Einzelnen für die Ziele der Bank.

Grundlage hierfür bilden der „Verhaltens-Kodex – Ein Leitfaden für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pax-Bank“ sowie der aktualisierte „Freiwillige Offenlegungsbericht gemäß Institutsvergütungsverordnung“.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die Pax-Bank nimmt ihre Verantwortung als Arbeitgeber für insgesamt 177 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 6 Auszubildende wahr (Stand: 31.12.2019). Von den 177 Beschäftigten sind 82 Frauen und 95 Männer.

Die Pax-Bank legt großen Wert auf die Qualifikation ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2019 haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insgesamt 262 externe Seminartage absolviert, um sich im Interesse der Kunden fort- und weiter zu bilden.

Selbstverständlich achtet die Pax-Bank auf die Einhaltung der vier Grundprinzipien gemäß den ILO-Kernarbeitsnormen. Die Einhaltung der beiden ILO-Normen ‚Verbot von Zwangsarbeit‘ und ‚Verbot von Kinderarbeit‘ verstehen sich von selbst. Die beiden weiteren Normen ‚Vereinigungsfreiheit‘ und ‚Diskriminierungsverbot‘ werden ebenfalls strikt eingehalten. Die Pax-Bank ermöglicht ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Vereinigungsfreiheit in Form eines Betriebsrats und achtet auf die Verhinderung jeglicher Diskriminierung. Die tarifliche Eingruppierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgt nach Verantwortung, Qualifikation und Funktion; niemand wird wegen seiner Hautfarbe, Nationalität, Abstammung, seines Geschlechts, seiner Weltanschauung oder sonstiger persönlicher Eigenschaften benachteiligt.


Die Pax-Bank strebt eine Gleichverteilung der Geschlechter in allen Vergütungsgruppen an und hat das Ziel, auch in den hervorgehobenen Positionen mit und ohne Führungsverantwortung (Vorstand, Bereichs- und Teamleitung, Regionaldirektoren, Stabsstellen) den Anteil der Frauen von derzeit 20% auf mindestens 30% bis zum Jahr 2030 zu erhöhen. Es gibt ein klares Votum des Aufsichtsrats der Pax-Bank für eine Stärkung der Frauen, sowohl bezogen auf die Mitarbeiterinnen als auch auf den Anteil der Frauen in den Gremien der Bank (Aufsichtsrat, Regionalbeiräte, Ethik-Beirat). Im Ethik-Beirat gelang uns im letzten Jahr durch die Berufung von zwei weiteren Frauen die Erhöhung der Frauenquote auf 37,5%.

Die Bank ist familienfreundlich und ermöglicht sowohl Frauen als auch Männern Teilzeitlösungen über die gesetzlichen Regelungen hinaus. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Teilzeit werden in der Eingruppierung gegenüber Vollzeitbeschäftigten nicht benachteiligt. Frauen werden motiviert, Führungsaufgaben wahrzunehmen bzw. sich auf Führungspositionen zu bewerben. Jede Stelle der Bank wird innerbetrieblich ausgeschrieben.

Zur Nachwuchsförderung ist die Pax-Bank eine Kooperation mit der Alanus-Hochschule eingegangen. Jährlich kommen ca. 2-3 Studentinnen und Studenten der Studienrichtung Nachhaltige Betriebswirtschaftslehre für Praktika in die Pax-Bank. Außerdem besucht eine Gruppe von Alanus-StudentInnen zusammen mit Herrn Prof. Krämer einmal jährlich die Pax-Bank und bekommt für einen Tag einen Einblick in das Themenspektrum einer christlich-nachhaltigen Bank. Darüber hinaus besteht eine Kooperation mit anderen Kirchenbanken und Spezialinstituten für ein Traineeprogramm zur Heranbildung von Nachwuchskräften mit den Schwerpunkten Finanzwirtschaft, ergänzt um sozialwirtschaftliche Themenstellungen.

Die Pax-Bank unterstützt ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Wahrnehmung ihres Ehrenamts.

Die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist der Pax-Bank ein Anliegen. Sie betreibt aktive Vorsorge für ihre Beschäftigten durch betriebliches Gesundheitsmanagement. Dazu gehören Angebote wie eine kostenlose Grippeschutzimpfung, Kostenbeteiligungen an rückendiagnostischen und therapeutischen Maßnahmen sowie regelmäßige Gesundheits-Check-ups für Führungskräfte. Daneben wird im Rahmen einer psychischen Belastungs-Prävention und zur Burn-out Vermeidung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein anonymer psychologischer Beratungsdienst angeboten. Weiterhin wird Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach längerem krankheitsbedingtem Ausfall eine schonende Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell angeboten.

 

Soziale Projekte und Spenden
Nachhaltige Beschaffung in der Pax-Bank

Bei ihrer Beschaffung achtet die Pax-Bank in allen Bereichen auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit. Die Beschaffung der Pax-Bank bezieht sich im Wesentlichen auf Strom, Papier, Büromaterial und IT-Hardware.

Die Pax-Bank ist seit 2012 Kunde der NATURSTROM AG und deckt ihren Stromverbrauch zu 100% mit Ökostrom aus Wasserkraft. Seit 2012 erhält die Pax-Bank dafür auch jedes Jahr ein Zertifikat, aus dem eingesparten CO2-Emissionen im Vergleich zum deutschen Strommix und der Klimaschutzeffekt im Äquivalent von Bäumen angegeben werden.

Die Pax-Bank bezieht Papier und Büromaterial überwiegend vom DG-Verlag und nutzt hier die beiden Nachhaltigkeitsinitiativen:

  • "Bewusst bestellen", d.h. Sammel- statt Einzelbestellungen, um somit Versandaufwand, Verpackung und Umweltbelastung zu reduzieren
  • das umfangreiche Öko-Sortiment, welches ausschließlich Produkte mit Umweltzertifizierung, also ressourcenschonende und qualitativ hochwertige Büro- und Werbeartikel aus recyceltem Plastik und nachhaltigem Holz umfasst. Die Pax-Bank hat bereits ihren gesamten Papierverbrauch im eigenen Haus auf Recyclingpapier mit dem Zertifikat "Blauer Engel" umgestellt.

Im Rahmen der Beschaffung über den DG-Verlag gehen wir davon aus, dass alle Lieferanten die ILO-Arbeitsnormen erfüllen.

Die Pax-Bank bezieht ihre IT-Hardware von der Fiducia & GAD IT AG. Gemeinsam mit der Fiducia & GAD IT AG und anderen nachhaltigen Banken arbeitet die Pax-Bank daran, sowohl die Druckstraßen der Fiducia & GAD IT AG als auch die Beschaffung von Software und insbesondere Hardware nachhaltiger zu gestalten. Dabei geht es neben der Umweltverträglichkeit der Produkte auch um soziale Kriterien, also die Einhaltung von Menschenrechten und ILO Kernarbeitsnormen in der Lieferkette.

Unsere Eigenanlagen
1. Nachhaltigkeit der Eigenanlagen

Die Eigenanlagen der Pax-Bank sind per 31.12.2019 zu 100 % nachhaltig investiert. Die Pax-Bank wendet auch bei den Eigenanlagen dieselben strengen Maßstäbe wie bei ihren Fonds und Kundeneinlagen an.

Die Eigenanlagen der Pax-Bank lassen sich per 31.12.2019 in zwei Kategorien zusammenfassen:

Den größten Anteil mit über 84,26 % stellen nachhaltige Anleihen und Aktien dar, die von VigeoEiris (unser Dienstleister für Nachhaltigkeits-Ratings bis Ende 2919) ein entsprechendes Nachhaltigkeitsrating haben und den Anlagekriterien der Pax-Bank entsprechen. Hierzu zählen auch die Eigenanlagen in die hauseigenen Liga-Pax-Fonds und Warburg-Pax-Fonds. In diesen Fonds werden die Pax-Bank-Kriterien vollumfänglich umgesetzt.

Die zweitgrößte Position mit 15,74 % stellen indirekte Immobilieninvestments dar. Immobilienfonds sind aufgrund der allgemeinen Zinsentwicklung attraktiv und zugleich eine nachhaltige Alternative für die Eigenanlagen, auch wenn sie kein explizites Nachhaltigkeits-Rating haben. Der Schwerpunkt der Nutzungsart der Immobilienfonds liegt auf bezahlbaren Wohnraum. In den Anlagen findet geförderter Wohnraum ebenfalls Berücksichtigung. Diese Ausrichtung unterstützt das Bedürfnis nach Wohnen, das im Einklang mit dem Pax-Bank-Nachhaltigkeitsverständnis steht.

Bis 2017 gab es noch einen sehr kleinen Anteil von nicht nachhaltigen Anlagen bzw. Anlagen ohne Rating. Dieser wurde inzwischen konsequent auf Null reduziert.

2. Struktur der Eigenanlagen

Die Eigenanlagen der Pax-Bank stellen sich in ihrer prozentualen Verteilung nach Branchen und Ländern wie folgt dar:

3. CO2-Fußabdruck der Eigenanlagen

Der CO2-Fußabdruck des relevanten Teilportfolios (ohne Staatsanleihen) stellt sich wie folgt dar:

Globale Verantwortung: IIV Mikrofinanzfonds

Als christlich-nachhaltiges Geldinstitut sieht sich die Pax-Bank auch in einer globalen Verantwortung gegenüber Natur und Mensch. Um die Welt gerechter zu gestalten und die weltweite Armut zu verringern, bietet die Pax-Bank den Invest-in-Visions (IIV) Mikrofinanzfonds an, und somit eine Anlageform, die nicht nur eine finanzielle, sondern ebenfalls soziale Rendite erwirtschaftet.

1. Grundlagen: Was steckt hinter der Idee von Mikrofinanz?

Viele Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern haben keine oder nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, am wirtschaftlichen Leben teilzunehmen. Das größte Hindernis ist häufig der fehlende Zugang zu Finanzdienstleistungen. Dabei sind tragfähige Ideen und oft auch das notwendige unternehmerische Wissen und Können durchaus vorhanden.

Mikrofinanz schließt diese Lücke. Ein Mikrofinanzfonds sammelt Geld von Anlegern und gibt dieses weiter an Mikrofinanzinstitute (MFI) mit Sitz in Entwicklungs- und Schwellenländern. Das investierte Kapital ermöglicht es den spezialisierten MFIs Kleinstkredite zu vergeben, überwiegend an finanziell schwache Menschen mit tragbaren Geschäftsideen, die vom traditionellen Finanzmarkt ausgeschlossen sind. Typische Kreditnehmer mit Kleingewerbe sind beispielsweise Gemüsehändler/innen, Schneider/innen, Viehzüchter/innen und Handwerker/innen, die Saatgut, Werkzeuge, Materialien oder andere Rohstoffe kaufen oder finanzielle Engpässe, beispielsweise durch Dürreperioden, überbrücken müssen.

Der hohe Anteil von Frauen und überdurchschnittlich hohe Rückzahlungsquoten sind zwei typische Charakteristika bei der Vergabe von Mikrofinanzkrediten. Somit wird neben der Armutsbekämpfung auch die weltweite Emanzipation der Frau unterstützt und gefördert.

Mikrokredite bieten damit den mittellosen, aber wirtschaftlich aktiven Menschen in Entwicklungsländern die Chance, Geld zu fairen Konditionen zu leihen und damit die Grundlage für ihre Selbstständigkeit zu schaffen. Dies bedeutet für viele häufig die Chance auf ein besseres und finanziell freieres Leben. Solche Erfahrungen entfaltet vielfach eine große Wirkung: Die Lebensbedingungen der gesamten Familie verbessern sich und der Mikrofinanznehmer wird zum Vorbild für andere Menschen mit guten Geschäftsideen. Mikrofinanzkredite sind damit ein Instrument der „Hilfe zur Selbsthilfe“ und für die internationale Entwicklungsarbeit von entscheidender Bedeutung.

2. Wie funktioniert der Investmentprozess bei Mikrofinanzfonds?
3. Wo kommen Mikrofinanzkredite zum Einsatz?

Nach aktuellem Stand (April 2020) ist der IIV Mikrofinanzfonds in 33 Ländern investiert:

  • Moldawien
  • Kirgisische Republik
  • Kasachstan
  • Albanien
  • Kambodscha
  • Ägypten
  • Mongolei
  • Bangladesch
  • Bosnien und Herzegovina
  • Pakistan
  • Armenien
  • Tadschikistan
  • Usbekistan
  • Indien
  • Georgien
  • El Salvador
  • Indonesien
  • Mauritius
  • China
  • Ghana
  • Kenia
  • Haiti
  • Kongo
  • Peru
  • Bolivien
  • Ecuador
  • Nicaragua
  • Chile
  • Mexico
  • Myanmar
  • Guatemala
  • Paraguay
  • Panama
  • Honduras
  • Zambia
4. Wieso ist die Rückzahlungsquote bei Mikrofinanzkrediten so hoch?

Die Rückzahlungsquote bei Mikrokrediten ist, besonders im Vergleich zu klassischen Krediten, mit oftmals über 90 Prozent sehr hoch. Befürworter von Mikrokrediten fühlen sich durch die hohe Quote in ihrer Annahme bestärkt, dass auch finanzschwache Menschen verlässlich ihre Kredite zurückzahlen und damit bankfähig sein können, obwohl sie für klassische Banken keine Sicherheit anbieten können.
Die Gründe für die hohe Rückzahlungsquote sind vielfältig. Der Hauptgrund wird in der Einbindung der Klienten in eine Kreditnehmergruppe gesehen, die sich regelmäßig trifft und deren Mitglieder füreinander bürgen. Sollte ein Klient nicht in der Lage sein, den Kreditrückzahlungen nachzukommen, müssen die anderen Gruppenmitglieder den Ausfall begleichen. Durch den Druck, der so auf den einzelnen Gruppenmitgliedern lastet, erhöhen sich die Rückzahlungsanstrengungen der Klienten: Die Mitglieder haben ein gegenseitiges Interesse daran, dass die verschiedenen Geschäftsmodelle erfolgreich sind und unterstützen sich deshalb gegenseitig bei entstehenden Problemen. Die Bildung von solchen Gruppen sowie der Gruppenhaftung, die auch Joint Liability genannt wird, beinhaltet eine sehr starke Rückzahlungsmotivation und begründet so die hohen Rückzahlungsquoten.
Ein weiterer Grund liegt darin, dass die Klienten von den betriebswirtschaftlichen Schulungen, die ihnen häufig im Zuge der Kreditvergabe angeboten werden, profitieren. Hierbei lernen die Kreditnehmer einfache, kaufmännische Grundlagen sowie verschiedene Arbeitstechniken kennen, die ihnen dabei helfen, ein gewinnbringendes Kleinunternehmen aufzubauen.
Darüber hinaus kann erst bei erfolgreicher Rückzahlung des ersten Kredites ein weiterer Kredit beantragt werden. Dies ist ein zusätzlicher Ansporn für die Klienten, denn mit jedem weiteren und damit höheren Kredit, kann das kleine Unternehmen weiterwachsen.
Zuletzt ist für eine hohe Rückzahlungsquote entscheidend, dass Mikrofinanzbanken und Mikrofinanzinstitute die Geschäftsmodelle ihrer potentiellen Klienten vor der Vergabe eines Kredites daraufhin überprüfen, ob sich eine Geschäftsidee unter den gegebenen Umständen umsetzen lässt und Erfolg verspricht. Erst im Anschluss daran wird entschieden, ob ein potentieller Klient einen Mikrokredit bekommt, wie hoch ein solcher für die Umsetzung der Geschäftsidee sein sollte und welche Rückzahlungsintervalle und -raten mit Blick auf die zu erwartenden finanziellen Einnahmen des Klienten sinnvoll sind.

5. Worin ist die hohe Frauenquote begründet?

Mikrokredite gelten als wichtiges Instrument, um Frauenrechte in Entwicklungsländern zu stärken. So ist es nicht verwunderlich, dass die Mehrheit der Kreditnehmer weiblich ist. Unter den ärmsten Kreditnehmern stellen sie einen Anteil von 85% dar. In Gesellschaften, in denen Frauen von Bankgeschäften und dem allgemeinen Geschäftsleben größtenteils ausgeschlossen werden, eröffnen Mikrokreditinstitutionen eine Vielzahl neuer Möglichkeiten. Diverse Studien bestärken die Vergabe von Krediten an Frauen, die laut der International Labour Organisation einen großen Teil des informellen Wirtschaftspotenzials darstellen. So scheinen Frauen das geliehene Geld konservativer zu investieren und erreichen damit eine zuverlässigere Rückzahlung an die Mikrokreditinstitutionen als Männer.
Frauen werden durch Mikrokredite dabei unterstützt, ihr eigenes Kleinunternehmen aufzubauen oder zu erweitern. Dadurch erhöhen sie ihren Beitrag zum Haushaltseinkommen und verbessern somit ihre Stellung und ihr Mitspracherecht im familiären Gefüge. Dies stärkt das Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl der Teilnehmerinnen. Da Frauen das verdiente Geld nutzen, um das Wohlergehen ihrer Familie zu fördern, verbessert ein Mikrokredit die Lebensumstände des gesamten Haushalts. Die Weltbank argumentiert sogar, dass ein Dollar, der an eine Frau verliehen wird, eine größere Entwicklungswirkung hat, als ein Dollar, der an einen Mann verliehen wird.
Somit wird die Position innerhalb der Gesellschaft, aber auch das Selbstbewusstsein der betroffenen Frauen gestärkt. Für die Kreditnehmerinnen zählt zu allererst die Anerkennung, die der Kredit bringt. Früher durften sie in vielen Regionen der Welt keinen Fuß in eine Bank setzen, inzwischen läuft ihnen die »mobile« Bank im Dorf hinterher. Sie sind stolze Besitzerinnen von SMART-Cards als Ausweis für die Teilhabe an der Moderne. Mit der SMART-Card als moderner Finanzdienstleistungstechnologie nehmen die MFI-Agenten an der Haustür Einzahlungen und Auszahlungen vor. Das nahezu flächendeckende Angebot von Krediten, mit denen die Frauen sich eigenverantwortlich aus der Armut befreien sollen, konstruiert auch ein neues Konzept der Bürgerschaftlichkeit: Frauen haben ein Recht auf einen Kleinkredit, zahlen ihn pflichtbewusst zurück und sind damit als Produzentin und Konsumentin am Markt anerkannt. Die betroffenen Frauen erlernen Selbstregulierung und werden als selbstverantwortliche Subjekte, „disziplinierte Schuldnerinnen“ und erwerbsorientierte Armutsbekämpferinnen in die Gesellschaft integriert.
Deswegen wundert es nicht, dass Erfahrungen aus der Praxis einen Trend zu bestätigen scheinen, dass sich eher Frauen als Männer um die Versorgung der eigenen Familie kümmern, mehr Verantwortungsgefühl für andere Menschen zeigen und sehr verlässlich sind. Sie bemühen sich ihre kleinen Unternehmen erfolgreich zu führen, um ihrer Familie eine bessere Versorgung zukommen zu lassen. Da Frauen zudem weltweit benachteiligt werden, nutzen Frauen diese ihnen endlich gebotene Chance und zahlen die Raten regelmäßig zurück, um mit Stolz auf ihr Unternehmen blicken zu können.

6. Beispiele aus der Praxis

Familie Nert aus Kambodscha
In der von Landwirtschaft geprägten Provinz Prey Veng an der vietnamesischen Grenze lebt die junge Frau Touch Nert mit ihrer Familie. Gemeinsam mit ihrem Ehemann nahm Touch 2011 ihr erstes Darlehen über 125 US-Dollar beim Mikrofinanzinstitut KREDIT auf. Das Darlehen wurde in den Reisanbau und den Kauf von Ferkeln investiert. Durch den Erlös aus der Reisernte und der Viehzucht konnten die Kleinbauern einen weiteren Kredit aufnehmen und zusätzliche Einnahmequellen erschließen. Aus einem Shop zum Aufladen von Telefon-Akkus wegen des schwierigen Zugangs zu Elektrizität entwickelte sich bald ein erfolgreicher kleiner Lebensmittelladen. Dadurch ist Familie Nert heute in der Lage, ein ausreichendes Einkommen zu erwirtschaften und ihren Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen, die ihnen eine chancenreiche Zukunft ermöglicht.

FRAU BADAMTSETSEG, MONGOLEI
Frau Badamtsetseg betreibt mit ihrem Mann und zwei Kindern einen Gemüsevertrieb. Sie nahm ihren ersten Kredit im März 2013 von der XacBank auf und nutzte ihn für die Erweiterung des Betriebsgeländes und den Ausbau ihres Geschäfts. Dadurch konnte sie drei Arbeitsplätze schaffen. Die XacBank half Frau Badamtsetseg durch Managementtraining für Kleinstunternehmer, ihre Kenntnisse in der Betriebsführung zu stärken. Sie sagt: „Die XacBank ist eine große Unterstützung für meine Firma und Familie. Durch den Kredit konnte mein Geschäft wachsen und ich kann die lokale Gemeinde mit frischer und gesunder Nahrung beliefern.“ In Zukunft will sie ihr Unternehmen weiter vergrößern, um umweltfreundlicher und nachhaltiger zu arbeiten.

ANGÉLICA, EL SALVADOR
In der Nähe der Hauptstadt San Salvador lebt Angélica mit ihren drei Kindern und ihrer Mutter Doris. Um den Lebensunterhalt für die Familie zu verdienen, stellt die alleinerziehende Mutter Schmuckstücke her, die sie sowohl an Einheimische als auch an Touristen verkauft. Sie konnte mit Hilfe eines Anfangskredits des Mikrofinanzinstituts ENLACE in Höhe von 200 USD die notwendigen Materialien einkaufen. Durch den Verkauf ihrer Arbeiten war es Angélica bereits nach 6 Monaten möglich, diesen Kredit zurückzuzahlen. Über Nachfolgekredite kauft sie bei Bedarf zusätzliches Material und ist so nicht nur in der Lage, das Einkommen für die gesamte Familie zu sichern, sondern auch ihr Geschäftsfeld auszubauen und ihren Lebensstandard nachhaltig zu verbessern.

MARCO UND MARLENE AYALA, ECUADOR
Marco und Marlene Ayala aus Quito stellen Kartoffel- und Bananenchips her. Sie betreiben ihr Geschäft bereits seit 20 Jahren und haben inzwischen vier Angestellte. Marlene hat diese Tätigkeit von ihren Großeltern übernommen und ausgebaut. Die Chips werden unter der Marke „Snacks Gabby“ vertrieben und sind mittlerweile sehr begehrt, da sie eine Zertifizierung erhalten haben. Mit einem Kredit in Höhe von 7.000 US-Dollar des Mikrofinanzinstituts BANCO SOLIDARIO konnte das Ehepaar einen Pick-up kaufen. Dadurch sind sie in der Lage, die benötigten Rohstoffe sowie die gefertigten Waren zu transportieren und die Expansion voranzutreiben. Durch ihre Tätigkeit gelang es ihnen bereits, ein Haus zu bauen und ihren vier Kindern eine gute Schul- und Ausbildung zu ermöglichen.

Für weitere Praxisbeispiele besuchen Sie:

7. Corona-Auswirkungen auf Mikrofinanz

Die Corona-Krise hat längst auch die Schwellen- und Entwicklungsländer erreicht – also jene Länder, in denen Mikrofinanzfonds ihre Kredite vergeben. Die Kurse der Fonds geben folglich nach. Allerdings offenbar nicht in erster Linie, weil Endkunden ihre Kreditraten nicht mehr bezahlen können.
Nach ECOreporter-Recherchen haben alle großen - in Deutschland zugelassenen -Mikrofinanzfonds im März und April an Wert verloren. Der IIV Mikrofinanzfonds der Invest in Visions büßte im April 2,55 Prozent ein.
Nach dem aktuellen Monatsbericht des IIV Mikrofinanzfonds liege der Grund dafür in den signifikanten Wertabschlägen durch die Verwendung eines Bewertungsmodells, das neben Finanzkennzahlen der MFIs (Mikrofinanzinstitute) überproportional Länderrisiken anhand von Staatsanleihen berücksichtige. Insgesamt weisen die Staatsanleihen in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern momentan deutlich erhöhte Risikoprämien auf, die wie im Fall von Ecuador, dazu führen, dass Positionen in Mikrofinanzfonds aufgrund von Vorsichtsmaßnahmen neu bewertet wurden.
Positiv hervorzuheben ist, dass die negative Wertentwicklung im April im Wesentlichen nicht aus tatsächlichen Kredit- oder Zinsausfällen resultierte, sondern eine rein präventive Wertberichtigung darstellt. Wichtig ist, dass es sich dabei nicht um Abschreibungen handelt, sondern um eine auf dem Vorsichtsprinzip basierende Anpassung. Ohne diesen Sondereffekt läge die monatliche Performance bei circa +0,10 Prozent.


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