Europäischer Sozialfond (ESF)

Programme des Bundes

Ziele

Der Europäische Sozialfonds (ESF) bildet das zentrale Finanzierungsinstrument der Europäischen Union für Investitionen in die Aus- und Weiterbildung sowie die Beschäftigung.

Ziel des ESF ist es, zum wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt in der EU beizutragen. Schwerpunkte des ESF sind:

  • die Förderung nachhaltiger und hochwertiger Beschäftigung und die Unterstützung der Mobilität der Arbeitskräfte;
  • die Förderung der sozialen Inklusion und die Bekämpfung von Armut und Diskriminierung;
  • Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Regionen der Union mit hoher Jugendarbeitslosigkeit unterstützt;
  • Förderung von Investitionen in die Aus- und Weiterbildung;
  • die Verbesserung der institutionellen Kapazitäten von Behörden und Interessenträgern und der effizienten öffentlichen Verwaltung.


Querschnittsziele des ESF sind:

  • Gleichstellung von Frauen und Männern;
  • Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung;
  • soziale Innovationen;
  • transnationale Zusammenarbeit.

 

Darüber hinaus trägt der ESF zur Erreichung anderer thematischer Ziele der Kohäsionspolitik bei, insbesondere zur Förderung der Umstellung auf eine CO 2-arme, klimaschonende und ressourceneffiziente Wirtschaft, zur Förderung der Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien, zur Verstärkung von Forschung, Entwicklung und Innovation sowie zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU).

Zielgruppe

  • Jugendlichen/junge Erwachsene insbesondere mit Vermittlungshemmnissen in Ausbildung und Arbeit;
  • Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit bedrohte bzw. auf dem Arbeitsmarkt benachteiligte und ausgegrenzte Personen, z.B. Menschen mit Behinderungen, bildungsferne Jugendliche, Menschen mit Migrationshintergrund;  Asylbewerber, Frauen und Berufsrückkehrerinnen, Langzeitarbeitslose;
  • Arbeitnehmer und Beschäftigte in der Sozialwirtschaft;
  • Existenzgründer und Unternehmer;
  • Beratungs- und Forschungsinstitutionen.
Förderfähige Aktionen

Der ESF auf Bundesebene wird mit folgenden 26 Programmen umgesetzt unter Beteiligung von 5 Ressorts:

Bundesministerium für Arbeit und Soziales:

  • Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit;
  • Berufsbezogene Sprachförderung für Menschen mit Migrationshintergrund (ESF-BAMF-Programm);
  • ESF-Qualifizierung im Kontext Anerkennungsgesetz (Förderprogramm IQ);
  • ESF-Richtlinie "Fachkräfte sichern: weiter bilden und Gleichstellung fördern";
  • ESF-Integrationsrichtlinie Bund;
  • Kofinanzierung der Berufseinstiegsbegleitung nach § 49 SGB III;
  • Partnerrichtlinie "Wohlfahrtsverbände";
  • unternehmensWert: Mensch.

 

Bundesministerium für Bildung und Forschung:

  • Bildung integriert;
  • Bildungsprämie;
  • Digitale Medien in der beruflichen Bildung;
  • Jobstarter plus;
  • Zukunft der Arbeit.

 

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:

  • Elternchance II - Familien früh für Bildung gewinnen;
  • JUGEND STÄRKEN im Quartier (JUSTiQ);
  • Perspektive Wiedereinstieg - Potenziale erschließen;
  • Quereinstieg - Männer und Frauen in Kitas;
  • Ressourcen stärken - Zukunft sichern: Erwerbsperspektiven für Mütter mit Migrationshintergrund
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestalten - Familienfreundliche Arbeitswelt und Zeitsouveränität;

 

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit:

  • Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier (BIWAQ).

 

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie:

  • EXIST;
  • Gründercoaching Deutschland;
  • Mikromezzaninfonds;
  • Passgenaue Besetzung - Unterstützung von KMU bei der passgenauen Besetzung von Ausbildungsplätzen sowie bei der Integration von ausländischen Fachkräften;
  • Unternehmensberatung - Förderung des unternehmerischen Know-hows durch Unternehmensberatungen für KMU und Freie Berufe.

Dauer

Die Dauer wird in den jeweiligen Projektaufrufen bzw. Ausschreibungen der einzelnen Programme festgelegt.

Antragsberechtigte

  • öffentliche Institutionen;
  • gemeinnützige Organisationen, ehrenamtlich tätige Einrichtungen und nichtstaatliche Organisationen, Wohlfahrtsverbände;
  • Unternehmen, Sozialpartner;
  • Anbieter von berufsbezogen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, Beratungseinrichtungen;
  • Akteure, die für Systeme der beruflichen Bildung, Qualifizierung und Arbeitsmarktintegration verantwortlich sind;
  • Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Förderfähige Länder und Partner

Das gesamte Bundesgebiet aufgeteilt in

  • Stärker entwickelte Regionen: Alte Bundesländer einschließlich Berlin und die Region Leipzig, aber ohne die Region Lüneburg;
  • Übergangsregionen: Neue Bundesländer ohne Berlin und ohne die Region Leipzig;
  • Übergangsregion Lüneburg.

EU-Zuschuss

  • 50% der zuschussfähigen Ausgaben in stärker entwickelten Regionen;
  • 60% der zuschussfähigen Ausgaben in Übergangsregionen;
  • 85% der zuschussfähigen Ausgaben in weniger entwickelten Regionen.

Antragsweg

  • die ESF-Mittel werden im Rahmen von Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen bzw. Ausschreibungen vergeben;
  • Anträge sind bei den zuständigen Verwaltungsbehörden einzureichen.


In Deutschland sind folgende Bundesressorts eingebunden:

  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS);
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ);
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF);
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi); Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU);
  • Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS).

Fristen

Die nächste Antragstellung im Programm "rückenwind" (Organisations- und Personalentwicklunmg in der Sozialwirtschaft) soll im Zeitraum vom 23.05.-17.06.2016 möglich sein.

 

 

 

 

 

 

Anmerkungen

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)