DAPHNE III - Projekte

Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Frauen sowie Schutz von Opfern und gefährdeten Gruppen

Ziele

Die Projekte sollen:

  • einen Beitrag leisten zur Verhütung und Bekämpfung jeglicher Form von Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Frauen im öffentlichen oder privaten Bereich, einschließlich der sexuellen Ausbeutung und des Menschenhandels;

  • Unterstützung und Schutz von Opfern und gefährdeten Gruppen.

Zielgruppe

  • Kinder, Jugendliche und Frauen, die Opfer von Gewalt sind oder durch Gewalt gefährdet sind einschl. Opfer von Menschenhandel und sexuellem Missbrauch;
  • Familien, Männer, Lehrer und Erziehungspersonal;
  • lokale und nationale Behörden;
  • Justizbedienstete, Polizei- und Grenzschutzbeamte;
  • medizinisches und paramedizinisches Personal;
  • NRO, Gewerkschaften, kirchliche Einrichtungen.

Förderfähige Aktionen

Die Projekte müsen sich auf einen der nachfolgenden Bereiche beziehen.

1. Unterstützung von Gewaltopfern

  • Die Vorschläge sollen sich auf spezielle Unterstützungsangebote für Frauen, Jugendliche und Kinder, die Opfer von Gewalt geworden sind, beziehen, wie z.B. Betreuungseinrichtungen, Beratungsdienste, Opferschutzzentren, spezielle Kinderunterstützungsdienste, Dienste für besonders gefährdete Gruppen, wie Menschen mit Behinderungen, Migranten, Roma, ethnische Minderheiten, lesbische, transsexuelle und homosexuelle Personen und ältere Frauen;
  • Projekte sollen eine der folgenden Aktivitäten umfassen: Angleichung von bestehenden spezialisierten Unterstützungsdiensten (entweder privat oder öffentlich betrieben), Entwicklung und Austausch von "best practice" zu Einrichtung und Betrieb dieser Dienste, Ermittlung von Lücken und Erarbeitung von Empfehlungen zur Einrichtung dieser Dienste auf nationaler Ebene, Förderung von Zusammenarbeit und Networking zwischen einschlägigen nationalen/lokalen Behörden und NGOs in der EU.

 

2. Mit schädlichen Praktiken verbundene Gewalt

  • Bekämpfung und Verhütung von Gewalt verbunden mit sog. schädlichen Praktiken (z.B. weibliche Genitalverstümmelung, Zwangsehe oder erzwungene Sexualkontakte, Ehrenmorde) gegen Frauen, junge Menschen und Kinder, insb. Aktivitäten mit besonderem Schwerpunkt auf direkter Beteiligung von Gemeinschaften/Gesellschaften, einschl. zielgerichteter Aufklärung, spezielle Trainings von Schlüsselpersonal sowie die Förderung des Dialogs in den praktizierenden Gemeinschaften/Gesellschaften.

 

3. Kinder als Gewaltopfer oder Zeugen von Gewalt in nahen/intimen Beziehungen

  • Wenn Projekte sich auf bereits getestete Modelle und Pilotvorhaben beziehen, muss dieses klar dargestellt werden;
  • es muss einen kinderzentrierter Ansatz verfolgt werden, wobei die Anzahl der zu erreichenden Kinder zu dokumentieren ist;
  • Projekte können Anpassungen oder Transfer in Einklang mit geltenden nationalen Bestimmungen im jeweiligen EU-Land umfassen, wobei die übergeordneten Ziele und Methoden für alle teilnehmenden Länder gleich sein sollten.

 

4. Kinder als Opfer von Bullying in Schulen

  • Projekte sollen Anti-Bullying-Ansätze und Programme entwickeln und umsetzen bzw. sich auf bereits entwickelte und erprobte Lösungen beziehen;
  • Projekte müssen Kinder, Lehrer und Mitarbeiter in einer partizipativen und befähigenden ("empowering") Weise einbinden und die Zahlen der zu erreichenden Zielgruppen dokumentieren;
  • Schulprojekte können sich ebenso auf soziale Netzwerke zur Ausweitung von Schul-Bullying beziehen;
  • Projekte können Anpassungen oder Transfer in Einklang mit geltenden nationalen Bestimmungen im jeweiligen EU-Land umfassen, wobei die übergeordneten Ziele und Methoden für alle teilnehmenden Länder gleich sein sollten.

 

5. Täterprogrammeinterventionen und Opferschutzprogramme

  • Projekte sollten auf erprobten Interventionsmodellen aufbauen, die sich an Verursacher von Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Frauen mit dem Ziel richten, zukünftig Gewalt durch Veränderungen von Verhaltensmustern zu verhindern;
  • es können auch Projekte gefördert werden, welche die aktuelle Verfügbarkeit und Anwendung von unterschiedlichen Schutzgesetzen (wie z.B. "Schutzanordnung" und "Bannmeile") durch Behörden und Justizsysteme in den EU-Mitgliedstaaten untersuchen, um zukünftig Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Frauen zu verhüten.

 

6. Verhütung von Gewalt gegen Kinder, Jugendlichen und Frauen durch Projekte zur Veränderung von Einstellungen und Verhalten im Umfeld von Sexualisierung

  • Projekte sollen Kinder (Jungen und Mädchen), Jugendliche und Frauen befähigen, Medien in einer sicheren Weise zu benutzen, um Veränderungen in Einstellungen und Verhalten im Hinblick auf potentiell schädliche Auswirkungen von Geschlechter-Stereotypisierung und Sexualisierung in den Medien, Konsumindustrie, Online- oder Video-Spielen, sozialen Netzwerken etc. herbeizuführen;
  • Projekte müssen in gebührenden Umfang die in der UN-Kinderrechtskonvention festgelegten Standards berücksichtigen;
  • Projekte können Anpassungen oder Transfer in Einklang mit geltenden nationalen Bestimmungen im jeweiligen EU-Land umfassen, wobei die übergeordneten Ziele und Methoden für alle teilnehmenden Länder gleich sein sollten.

 

7. Sensibilisierung für Gewalt gegen Frauen

  • Projekte sollen innovative Sensibilisierungsaktivitäten und –materialien entwickeln (z.B. unter Nutzung von sozialen Netzwerken, Filmen, Liedern, Theaterstücken, Photo-Wettbewerben etc.), welche auf die Verhütung von Gewalt gegen Frauen und vor allem auf für besonders gefährdete Gruppen abzielen bzw. für diese zugänglich sind, wie Frauen mit Behinderungen, Migrantinnen, Roma, ethische Minderheiten. lesbische, transsexuelle oder ältere Frauen.

 

Prioritäten

Aktuell sind in den beiden Ausschreibungen die o. g. Bereiche 1. und 4. als Themen festgelegt worden:

1. Unterstützung von Gewaltopfern

4. Kinder als Opfer von Bullying in Schulen

 

Dauer
  • max. 24 Monate
Antragsberechtigte

  • Antragsteller und Partner müssen rechtlich anerkannte öffentliche oder private Einrichtungen oder Institutionen (NGO, regionale und lokale Behörden, Universitätsabteilungen und Forschungszentren) sein
  • Antragsteller dürfen keinen Erwerbszweck verfolgen
  • profitorientierte Organisationen können nur als Partner mit fundierter Begründung beteiligt werden
  • öffentliche Einrichtungen auf nationaler/zentraler Ebene (z.B. nationale Ministerien, nationale Gleichstellungsbehörden usw.) sind nicht in diesem Aufruf teilnahmeberechtigt
  • internationale Einrichtungen können als Koordinator auftreten und einen Antrag stellen
  • Antragsteller und Mitbegünstigte müssen ihren Sitz in einem förderfähigen Land haben

Förderfähige Länder und Partner

  • die 28 EU-Mitgliedstaaten
  • das EFTA/EWR-Land: Island
  • transnationale Projekte müssen mind. 3 Partner aus 3 teilnehmenden Ländern einbeziehen

EU-Zuschuss

  • mind. 75.000 EUR
  • max. 80% der förderfähigen Gesamtkosten

Antragsweg

Projektvorschläge sind elektronisch über das System PRIAMOS in Brüssel einzureichen.

Fristen
  • letzte Antragsfrist in der Ausschreibung zu Gewaltopfern war der 08.04.2016.
  • in 2016 sind noch mehrere Ausschreibungen in den unterschiedlichen Programmbereichen vorgesehen

 

Anmerkungen

Quelle: Europäische Kommission