Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF)

Ziele

Das Programm verfolgt drei spezifische Ziele:

 

  • Stärkung und Weiterentwicklung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems, einschließlich seiner externen Dimensionen;

  • Integration von Drittstaatsangehörigen und legale Migration;

  • Förderung der Rückkehr von Drittstaatsangehörigen.

Zielgruppe

  • Drittstaatsangehörige mit Flüchtlingsstatus oder subsidiärem Schutzstatus im Sinne der Richtlinie 2011/95/EU;
  • Drittstaatsangehörige, die eine der Formen des vorgenannten internationalen Schutzes beantragt und noch keine endgültige Entscheidung erhalten haben, Drittstaatsangehörige, die vorübergehenden Schutz im Sinne der Richtlinie 2001/55/EG genießen;
  • Drittstaatsangehörige, die in der Bundesrepublik Deutschland neu angesiedelt oder aus einem anderen EU-Mitgliedstaat in die Bundesrepublik Deutschland überstellt werden oder wurden;
  • Drittstaatsangehörige, die vorübergehenden Schutz im Sinne der Richtlinie 2001/55/EG genießen;
  • Drittstaatsangehörige, die in der Bundesrepublik Deutschland neu angesiedelt oder aus einem anderen EU-Mitgliedstaat in die Bundesrepublik Deutschland überstellt werden oder wurden.

Förderfähige Aktionen

Stärkung und Weiterentwicklung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems, einschließlich seiner externen Dimensionen

Aufnahme- und Asylsysteme

Maßnahmenbereich 1: "Identifizierung und Betreuung besonders Schutzbedürftiger"

  • Schaffung eines Modellsystems zur systematischen Identifizierung der Personengruppe;
  • Ermittlung/Festlegung geeigneter Maßnahmen zur Altersfestlegung;
  • Fortentwicklung der therapeutischen Betreuung von Kranken und Traumatisierten.

Maßnahmenbereich 2: "Verbesserung der Aufnahmebedingungen und der Information von Antragstellern"

  • Maßnahmen zur standardisierten Erstorientierung und Vermittlung einfacher deutscher Sprachkenntnisse;
  • Entwicklung und Umsetzung eines bedarfsorientierten und standardisierten Beratungs- und Betreuungsprogramms Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz.

Maßnahmenbereich 3: "Flexible Anpassung der Unterbringungskapazitäten"

  • Entwicklung eines Modellsystems, das unter Berücksichtigung der föderalen Struktur eine flexible Anpassung der Unterbringungskapazitäten für Erstaufnahmeeinrichtungen ermöglicht.

Maßnahmenbereich 4: "Qualifizierung und Fortbildung der am Asylverfahren Beteiligten"

  • Qualifizierungsmaßnahmen und fachlicher Austausch der am Asylverfahren Beteiligten auf nationaler und europäischer Ebene;
  • Qualifizierungsmaßnahmen für Vormünder, Mitarbeiter der Jugendhilfe und Richter an Familiengerichten.

Kapazität der Mitgliedstaaten zu Gestaltung, Monitoring und Evaluierung ihrer Asylpolitik und –verfahren

Maßnahmenbereich 7: „Optimierung der Erfassung, Sammlung und Vermittlung von Herkunftsländerinformationen

  • Qualitätsstandardisierung von Herkunftsländerinformationen;
  • Förderung der qualitätsgesicherten Sammlung und Vermittlung von Herkunftsländerinformationen für alle Verfahrensbeteiligten;
  • Verdichtung der Vielzahl der Herkunftsländerinformationen unter Beachtung der Qualitätsanforderungen;
  • Weiterentwicklung der entsprechenden Datenbanken

Resettlement

Maßnahmenbereich 8: "Resettlement"

  • Fortentwicklung der Integrationsmaßnahmen, die zukünftig verstärkt die Aufnahmegesellschaft in den Blick nehmen z. B. durch die Übernahme von Patenschaften;
  • Bildung eines Netzwerks von Ansprechpartnern sowohl auf Bund, Länder und kommunaler Ebene;
  • verstärkte Einbindung der Zivilgesellschaft bei der Integration der aufgenommenen Personen (Migrantenorganisationen, Kommunen, Kirche) auch durch Vermittlung von Hintergrundinformationen zur aufzunehmenden Personen-gruppe und deren Integrationsbedarfe;
  • Ausbau des regelmäßigen Erfahrungsaustausches (best practice) mit allen an den Verfahren beteiligten Institutionen und Personen sowie Vertretern anderer Staaten z. B. durch Teilnahme an Konferenzen, Workshops, Begleitung des Aufnahmeprozesses bei anderen Akteuren Aufnahme- und Asylsysteme

Integration von Drittstaatsangehörigen und legale Migration

Maßnahmen zur Einwanderung und Ausrisevorbereitung

Maßnahmenbereich 1: „Qualitativer Ausbau von Vorintegrationsmaßnahmen im Herkunftsland

  • Entwicklung einheitlicher Standards hinsichtlich Sprache und Ausrichtung der Erstorientierung;
  • Entwicklung von Konzepten der Vorintegration und Durchführung entsprechender Maßnahmen für Zuwandernde im Familiennachzug hinsichtlich Sprache und Ausrichtung der Orientierung auch auf berufliche Aspekte und auf die Eingliederung der Kinder in das deutsche Bildungssystem;
  • Untersuchung einer Erweiterung der Maßnahmen der Vorintegration auf zusätzliche Zielgruppen; Durchführen einer Bedarfsanalyse zum Vorintegrationsbedarf von Fachkräften differenziert nach Beruf und Herkunftsländern;
  • Entwicklung entsprechender Konzepte und Durchführung entsprechender Maßnahmen.

Integrationsmaßnahmen

Maßnahmenbereich 3: "Erstintegration"

  • Bedarfsanalyse, Entwicklung und Erprobung von Konzepten des regionalen Integrationsmanagements;
  • Lotsenprojekte für große Zuwanderungsgruppen, - Aufbau von Netzwerken der Erstanlaufstellen;
  • aufsuchende Beratung für Menschen mit Migrationshintergrund, die für staatliche und kommunale Integrationsmaßnahmen schwer oder gar nicht erreichbar sind, insbesondere in ländlichen Regionen
  • Durchführung von ergänzenden Maßnahmen zum Integrationskurs zur Verbesserung der Nachhaltigkeit des Spracherwerbs;
  • ergänzende Angebote im Integrationskurs wie z. B. eine sozialpädagogische Begleitung zur Sicherstellung der erfolgreichen Teilnahme und Abschluss des Integrationskurses

Maßnahmenbereich 4: "Chancengleichheit"

  • Entwicklung und Einführung von standardisierten Konzepten für vorgeschalteten Sprachunterricht an Schulen mit dem Ziel, Quereinsteigern den schnellst-möglichen Anschluss an das Regelsystem zu ermöglichen sowie eine höhere Quote von Schulabschlüssen zu erreichen;
  • Kompetenzförderung von Eltern mit Migrationshintergrund z.B. durch Informationsvermittlung für die Eltern selbst, durch Aufbau eines Bundeselternnetzwerks sowie durch Einbezug von Migrationsorganisationen;
  • Förderung der vorberuflichen Bildung zur Unterstützung eines erfolgreichen Übergangsmanagements zwischen den einzelnen Bildungsphasen (sowohl hinsichtlich der horizontalen Durchlässigkeit als auch der vertikalen Übergänge von Bildungsketten) sowie zur stärkeren Vernetzung der Schule mit der beruflichen Praxis zur Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von zugewanderten Jugendlichen;
  • Projekte zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements;
  • Konzepte und Maßnahmen zur Einbindung jugendlicher Zuwanderinnen und Zuwanderer im freiwilligen Engagement;
  • Konzepte zur Verbesserung der beruflichen Orientierung und Kompetenzentwicklung von jugendlichen Zuwanderinnen und Zuwanderern sowie zur Beteiligung und Information der Eltern und Lehrer zum Abbau migrationsspezifischer Hemmnisse, z.B. durch Beratung und Informationsveranstaltungen.

Maßnahmenbereich 5: „Gesellschaftlicher Zusammenhalt Projekte zur Wissensvermittlung über Migration und Integration

  • Projekte zur Aufarbeitung der Einflüsse der Migration auf Land, Kultur und Kunst, z.B. durch Kultureinrichtungen;
  • Entwicklung von Konzepten wie in geeigneten fachbezogenen Fortbildungen, Integration und Vielfalt als Sub-Thema von Fortbildungen ausgestaltet werden kann. Entwicklung und Durchführung von Konzepten zur Ansprache der Aufnahmegesellschaft;
  • Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit kommunaler Einrichtungen (z. B. Ausländerbehörden);
  • Schulung von Migrantenorganisationen und ethnischen Vereinen, z.B. zur Behördenarbeit und zum Ablauf von Prozessen, um Vorbehalte abzubauen und Multiplikatoren auszubilden und um einen eigenen Beitrag zur Öffnung der Aufnahmegesellschaft leisten zu können;
  • Anti-Diskriminierungsmaßnahmen und entsprechende Kampagnen im Bereich bürgerschaftlichen Engagement;
  • Sensibilisierung von Akteuren auf dem Immobilien- und Wohnungsmarkt, wie z.B. Wohnungsbauunternehmen und -genossenschaften und Maklerverbänden zur Gestaltung kulturell vielfältiger Nachbarschaften;
  • Erprobung und Weiterentwicklung partizipativer Stadtteilentwicklung mit besonderem Augenmerk auf die Teilhabe von Zuwanderinnen und Zuwanderern z. B. durch Schaffung von Begegnungs- und Dialogmöglichkeiten, durch Entwicklung von Konzepten zur Ansprache und Beteiligung von Zuwanderern zur Gestaltung des gemeinsamen Lebensumfeldes sowie durch interkulturelle Öffnung bereits bestehender lokaler Beteiligungsstrukturen

Praktische Zusammenarbeit und Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau

Maßnahmenbereich 6: „Zusammenarbeit und Vernetzung"

  • Förderung von Zusammenarbeit und Vernetzung der verschiedenen Erstanlaufstellen auf kommunaler Ebene (wie z. B. kommunale Einrichtungen, Migrantenorganisationen, Beratungsstellen etc.)
  • Förderung des interkulturellen Dialogs, des kontinuierlichen Austausches zwischen religiösen Organisationen sowie deren Anbindung an bestehendes bürgerschaftliches Engagement

Maßnahmenbereich 7: "Interkulturelle Öffnung"

  • Interkulturelle Öffnung und Vernetzung von Verwaltung, Bildungseinrichtungen, Trägerorganisationen der politischen Bildung, Medien, Unternehmen z.B. Dienstleister und Regeldienste sowie Stärkung der interkulturellen Kompetenz ihres Personals;
  • Vernetzung von Ausländerbehörden zur Etablierung einer Willkommenskultur und eines, nach außen gleichmäßigen Verwaltungshandelns;
  • Bildung von Netzwerken innerhalb der Kommunen insbesondere zwischen Ausländerbehörde, Migrantenorganisationen und Migrationsberatung.

Rückkehr

Maßnahmen zur Begleitung von Rückkehrverfahren

Maßnahmenbereich 1: „Weiterentwicklung der freiwilligen Rückkehr und der Reintegration“

Strategisches Rückkehrmanagement und –politik

  • engere Vernetzung der Akteure (Bund, Länder, Kommunen, Nichtregierungsorganisationen);
  • Weiterentwicklung der Rückkehrberatung und Betreuung sowie Rückkehrhilfe durch soziale und psychologische Unterstützung und Beratung zur Erarbeitung einer Perspektive für die Rückkehr; sprachliche Unterstützung; individuelle Begleitung während des Rückkehrprozesses, - besondere Unterstützung für Kinder, Jugendliche und andere Schutzbedürftige, Rückkehrberatung hinsichtlich der Situation in den Herkunftsländern; Informationssammlung und –bereitstellung, - Qualifizierungsmaßnahmen für Rückkehrberater/-innen bzw. Fachpersonal, Qualitätsmanagement und Entwicklung von Standards
  • Qualifizierungsmaßnahmen bezogen auf die Zielgruppe

Rückkehrmaßnahmen

Maßnahmenbereich 3: „Förderprogramm für die freiwillige Rückkehr Beförderungskosten, Starthilfen und Unterstützung/Begleitung einer nachhaltigen Reintegration“

Maßnahmenbereich 4: „Weiterentwicklung der Rückkehr- und Reintegrationshilfen im Rückkehrstaat

Praktische Zusammenarbeit und Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau

Maßnahmenbereich 6 : "Strategisches Rückkehrmanagement und –politik einschließlich Zusammenarbeit der Akteure auf unterschiedlichen Verwaltungsebenen"

  • Auf- und Ausbau internationaler Kontakte, insbesondere in den Bereichen Konzeption und Umsetzung gemeinsamer integrierter Rückkehrpläne auf nationaler Ebene, Pflege von Netzwerken. Die Fördermaßnahmen beziehen sich hierbei insbesondere auf die Einbeziehung weiterer Akteure in Netzwerke so-wie die Nutzung neuer Medien für Abstimmung, Erfahrungsaustausch und Kommunikation mit zuständigen Institutionen und Partnerorganisationen in den Mitgliedstaaten;
  • Informationsmaßnahmen und Kampagnen in Drittländern zur Stärkung des Bewusstseins für geeignete legale Migrationskanäle und für die Risiken der il-legalen Einwanderung;
  • Verbesserung der Fähigkeit zur Erhebung, Analyse und Verbreitung von detaillierten und systematischen Daten sowie aufgeschlüsselten Statistiken über Rückkehrverfahren und –maßnahmen, Aufnahme- und Haftkapazitäten, Abschiebungen und freiwillige Rückkehr, Überwachung und Reintegration;
  • Beitrag zur Bewertung der Rückkehrpolitik (nationale Folgenabschätzung, Umfragen bei Zielgruppen, Erarbeitung von Indikatoren und Benchmarking).

Prioritäten

Als Prioritäten sind folgende Nationalen Ziele festgelegt:

Stärkung und Weiterentwicklung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems, einschließlich seiner externen Dimensionen Stärkung und Weiterentwicklung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems, einschließlich seiner externen Dimensionen

1. Aufnahme- und Asylsysteme

2. Kapazität der Mitgliedstaaten zu Gestaltung, Monitoring und Evaluierung ihrer Asylpolitik und –verfahren

3. Resettlement

Integration von Drittstaatsangehörigen und legale Migration

1. Maßnahmen zur Einwanderung und Ausreisevorbereitung

2. Integrationsmaßnahmen

3. Praktische Zusammenarbeit und Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau

Rückkehr

1. Maßnahmen zur Begleitung von Rückkehrverfahren

2. Rückkehrmaßnahmen

3. Praktische Zusammenarbeit und Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau

Dauer

  • die maximal geförderte Projektdauer beträgt grundsätzlich 36 Monate;

  • die Projektlaufzeit ist nicht an das Kalenderjahr gebunden; Projektmaßnahmen sind förderfähig, wenn sie frühestens am 01.01.2014 und spätestens am 30.06.2015 beginnen;

  • es wird empfohlen, die Projekte erst dann zu beginnen, wenn eine Bewilligung der Fördermittel erfolgt ist.

Antragsberechtigte

  • Zuwendungsempfänger können regelmäßig nur eingetragene juristische Personen des Privatrechts oder des öffentlichen Rechts (z. B. Träger der freien Wohlfahrtspflege, kirchliche und karitative Einrichtungen, eingetragene Vereine, nationale und internationale Nichtregierungsorganisationen, Gebietskörperschaften) sowie internationale Organisationen allein oder in Partnerschaft mit anderen sein.

  • Bei einer Partnerschaft genügt ein Projektantrag eines Partners.

  • Die antragstellende Organisation ist für die Durchführung des Projektes allein verantwortlich.

Förderfähige Länder und Partner

  • das Bundesprogramm bezieht sich ausschließlich auf die Bundesrepublik Deutschland;

  • in eingeschränktem Umfang können auch Vorhaben der internationalen Vernetzung gefördert werden;

  • Projekte können allein oder in Partnerschaft mit anderen Einrichtungen durchgeführt werden.

EU-Zuschuss

Die EU-Fördersumme muss pro Jahr der Projektlaufzeit mindestens 100.000,00 EUR betragen; bei der grundsätzlich vorgesehenen 75 %-Förderung müssen die Gesamtprojektkosten bei mind. 133.333,00 EUR pro Projektjahr liegen.

Antragsweg

Die Antragsteller sind verpflichtet, ihre Antragsunterlagen über das Zugangsportal des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF)  https://amif.bamf.de/portal im elektronischen Antragsverfahren (AMIF-Portal) einzureichen.

Darüber hinaus ist das aus dem Portal ausgedruckte Antragsformular mit allen erforderlichen Anlagen und Beiblättern mit rechtsverbindlicher Unterschrift in einem verschlossenen Umschlag bis spätestens 25.11.2014 (Eingangsstempel) direkt an das BAMF zu schicken.

Fristen

Letzte Abgabefrist war der 16. Februar 2016.

Anmerkungen

Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) - EU-Zuständige Behörde für den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF).