ERASMUS+ Schulen

Strategische Partnerschaften

Ziele

Im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung werden mit ERASMUS+ die nachstehenden spezifischen Ziele verfolgt:

  • Verbesserung der Schlüsselkompetenzen und -fertigkeiten insbesondere hinsichtlich ihrer Relevanz für den Arbeitsmarkt und ihres Beitrags zu einem stärkeren sozialen Zusammenhalt, vor allem durch verbesserte Möglichkeiten der Lernmobilität und durch eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen dem Bildungssektor und der Arbeitswelt;

  • Förderung von Qualitätsverbesserungen, Innovationsexzellenz und Internationalisierung auf Ebene der Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen, insbesondere durch verstärkte länderübergreifende Zusammenarbeit zwischen Anbietern im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung und anderen Akteuren;

  • Förderung der Entstehung und der Wahrnehmung eines europäischen Raums des lebenslangen Lernens zur Ergänzung politischer Reformen auf nationaler Ebene und zur Unterstützung der Modernisierung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung, insbesondere durch verstärkte politische Zusammenarbeit, bessere Nutzung der Transparenz- und Anerkennungsinstrumente der EU und Verbreitung bewährter Verfahren;

  • Verbesserung der internationalen Dimension der allgemeinen und beruflichen Bildung, insbesondere durch Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen in Programmländern und Partnerländern in der beruflichen Aus- und Weiterbildung und in der Hochschulbildung, durch Steigerung der Attraktivität der europäischen Hochschuleinrichtungen und Unterstützung des auswärtigen Handelns der EU einschließlich ihrer Entwicklungsziele, durch Förderung der Mobilität und Zusammenarbeit zwischen Hochschuleinrichtungen in der EU und Partnerländern und durch gezielten Kapazitätsaufbau in Partnerländern;

  • Verbesserung des Sprachunterrichts und des Erlernens von Sprachen und Förderung der großen sprachlichen Vielfalt und des interkulturellen Bewusstseins in der EU.

Zielgruppe
  • örtliche Schulbehörden, Einrichtungen und Organisationen der Schulverwaltung;
  • nicht-staatliche Organisationen;
  • Lehrerbildungseinrichtungen, Pädagogische Fach- und Hochschulen;
  • Lehrkräfte sowie sonstiges Bildungspersonal;
  • Schülerinnen und Schüler
Förderfähige Aktionen

Strategische Partnerschaften laufen über den Zeitraum von zwei oder drei Jahren. Gefördert werden die projektbezogene Zusammenarbeit sowie Kurzzeit- und Langzeit-Mobilitäten zu Lernzwecken zwischen den beteiligten Einrichtungen.

Für den Schulbereich sind drei Projekttypen zu unterscheiden:

1) Strategische Partnerschaften, an denen ausschließlich Schulen beteiligt sind (Strategische Schulpartnerschaften = bisherige COMENIUS-Schulpartnerschaften). In Deutschland antragsberechtigt sind vorschulische Einrichtungen, öffentliche Schulen, staatlich anerkannte, staatlich genehmigte bzw. staatlich geförderte Schulen.

2) Strategische Partnerschaften, an denen aus den beteiligten Staaten jeweils eine Schulbehörde, eine Schule und eine weitere Einrichtung beteiligt sind (Strategische Regiopartnerschaften = bisherige COMENIUS-REGIO-Partnerschaften).

3) Strategische Partnerschaften, an denen unterschiedliche Einrichtungen mit thematischem Bezug zum Schulbereich beteiligt sind (Strategische Partnerschaft im Schulbereich = bisherige Multilaterale COMENIUS-Projekte).


Prioritäten
  • Stärkung des Profils der Lehrberufe über die Anziehung der besten Bewerber für den Beruf und über die Unterstützung von Lehrkräften und Leitern im Hinblick auf die Bereitstellung von qualitativ hochwertigem Unterricht, die Bewältigung komplexer Gegebenheiten in den Klassenzimmern und die Integration neuer Methoden und Instrumente. Insbesondere Verbesserung der Erstausbildung von Lehrkräften und Unterstützung neuer Lehrkräfte, so dass diese gleich zu Beginn über alle erforderlichen Kompetenzen verfügen, einschließlich der Fähigkeit zur Betreuung unterschiedlicher Gruppen von Lernenden (wie Migranten); Einführung von innovativer, auf Zusammenarbeit ausgerichteter Verfahren zur Stärkung der Führungsfunktonen in der Bildung, Verteilung der Führungsfunktionen zur Konzeption notwendiger Veränderungen und Verbesserungen auf der Ebene der Einrichtung;
  • Mithilfe von wirksameren Unterrichtsmethoden soll geringen Lernergebnissen bei den Basiskompetenzen entgegengewirkt werden. Dies wird insbesondere mithilfe von Projekten erreicht, die multidisziplinäre und interdisziplinäre Ansätze verfolgen; Projekten, die das Lernen von Basiskompetenzen (Mathematik, Naturwissenschaften und Lese-und Schreibkompetenz) integrieren; Projekten, die problembasiertes Lernen oder innovative Ansätze zum Unterricht in einer mit Technik angereicherten Umgebung fördern, mit besonderem Schwerpunkt auf Mathematik in einer mit Technik angereicherten Umgebung;
  • Schulen bei der Vorbeugung von Schulabbruch und Benachteiligung unterstützen und alle Studierenden von der niedrigsten bis zur höchsten akademischen Stufe betreuen, insbesondere durch die Unterstützung von Projekten, die darauf abzielen, die Zusammenarbeit sowohl intern als auch mit den Eltern und anderen externen Akteuren zu verbessern; die Vernetzung von Schulen und holistische, auf Zusammenarbeit ausgerichtete Unterrichtsansätze fördern; für einen personalisierten Unterricht und personalisiertes Lernen für die Schüler Methoden entwickeln und Bedingungen schaffen;
  • Die Qualität der frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung (FBBE) verbessern, um die Dienstleistungsqualität für bessere Lernergebnisse zu verbessern und einen guten Bildungsstart zu gewährleisten, insbesondere im Rahmen von Projekten, die auf einen holistischen und altersgerechten pädagogischen Rahmen im Bereich der frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung abzielen; die sicherstellen, dass der Nutzen aus der frühkindlichen Bildung auf andere Ebenen der Schulbildung übertragen wird; und Projekte, die neue Modelle für die Durchführung, Lenkung und Finanzierung im Bereich der frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung

Dauer

Projektdauer: 2 oder 3 Jahre, in Abhängigkeit vom Ziel des Projekts und vom Umfang der geplanten Aktivitäten

Antragsberechtigte

Antragsberechtigt unter der Leitaktion 2 für den Schulbereich sind sämtliche öffentlichen sowie privaten Organisationen und Einrichtungen mit thematischem Bezug zum Vorschul- und Schulbereich. Je nach thematischer Ausrichtung der Projektvorhaben sollten Strategische Partnerschaften unterschiedliche Arten von Einrichtungen einbeziehen.




Förderfähige Länder und Partner

34 Programmländer:

28 EU-Staaten

Island, Liechtenstein, Ehemaliige Republik Mazedonien, Norwegen, Schweiz, Türkei

Partnerländer:

Einrichtungen aus Partnerländern (u.a. Nicht-EU-Länder und Staaten anderer Kontinente) können nur an einer Strategischen Partnerschaft in der beruflichen Bildung teilnehmen, wenn sie einen spezifischen Mehrwert für das Projekt erbringen, die ansonsten keine Einrichtung aus einem Programmland leisten kann.

Anzahl der Partner:

Mindestens drei Einrichtungen aus drei am Programm teilnehmenden Staaten, maximal 10 Partner.

Die unten unter 1) und 2) genannten Formen von Strategischen Partnerschaften sind auch mit Einrichtungen aus nur zwei Staaten, also als bilaterale Partnerschaften, möglich.

 

EU-Zuschuss

Förderung: max. 150.000 Euro pro Jahr.

Die Förderung erfolgt mittels eines Baukastensystems. Aus diesem können - je nach geplanten Projektaktivitäten und angestrebten Zielen - einzelne Module ausgewählt werden:

Projektmanagement und Implementierung: Dieses Modul ist Bestandteil jeder strategischen Partnerschaft.

Transnationale Treffen: Dieses Modul beinhaltet Arbeitstreffen im Rahmen der strategischen Partnerschaft.

Intellektuelle Outputs: Dieses Modul bezieht sich auf zu erarbeitende Produkte.

Multiplikatorenveranstaltungen: Die Auswahl dieses Moduls  ist nur in Kombination mit dem Modul "Intellektuelle Outputs" möglich.

Transnationale Lehr- und Lernaktivitäten: Mit diesem Modul ist es möglich, Mobilitäten von Lernenden und/oder Bildungspersonal in das Projekt zu integrieren, wenn die Projektziele eine Erprobungsphase erfordern.

Besonderer Bedarf

Außerordentliche Kosten
 
Förderung auf Basis von Stückkosten: Um eine möglichst einfache Antragstellung und Abrechnung zu gewährleisten, wird im Wesentlichen auf der Basis von Stückkosten ("unit costs") gefördert .

Förderung auf Basis der tatsächlichen Kosten:  Werden prinzipiell Stückkosten als Basis für die Förderung genommen, gilt dies nicht für die die Module "Außerordentliche Kosten" (Unteraufträge, spezielle Ausrüstung etc.) und "Besonderer Bedarf" (für Personen mit Beeinträchtigungen). Hier wird auf der Basis der tatsächlichen Kosten gefördert.

Die einzelnen Module und Fördersätze finden Sie im Erasmus+ Leitfaden auf Seite 120ff.

 

Antragsweg

Registrierung:

Alle Partner müssen sich zunächst einmalig in einem zentralen Portal der EU registrieren. Der Link lautet:

http://ec.europa.eu/education/participants/portal/desktop/en/home.html

Am Ende der Registrierung erhält die Einrichtung einen "Personal Identification Code" (PIC). Dieser PIC wird bei einer Antragstellung im Rahmen von ERASMUS+ eingegeben und das Antragsformular übernimmt automatisch die hinterlegten Daten zur Einrichtung.

Antragstellung:

Anträge sind elektronisch bei der Nationalen Agentur im Pädagogischen Austauschdienst (PAD)  einzureichen.  Weitere Bestimmungen sind der jeweiligen Ausschreibung zu entnehmen.

Fristen

Nächste Antragsfrist ist der 02. Februar 2017, 12.00 Uhr (Brüsseler Ortszeit) für Projektbeginn zwischen dem 1. September und dem 31. Dezember des gleichen Jahres.

Anmerkungen

Quelle: Europäische Kommission Leitfaden ERASMUS+